Polysecure GmbH


Beschreibung

Für die Erhöhung von Recyclingquoten und die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft wäre nützlich, Abfallkunststoffe in anwendungsorientierte Untergruppen (z.B. PET-G versus PET-A) sortieren und bestimmte Störstoffe (z.B. Nicht-Lebensmittel-Verpackungen in Lebensmittel-Verpackungen) abtrennen zu können. Aus den so hergestellten Rezyklaten könnte wieder eine größere Vielfalt und Qualität neuer Produkte und Verpackungen hergestellt werden. Diese strategische Bedeutung ist Kern der neuen Sortiertechnologie von Polysecure – Tracer Based Sorting (TBS).
Die neue Tracer Based Sorting-Technologie funktioniert wie folgt: Den verschiedenen Kunststoffen (Compounds) werden während ihrer Herstellung oder Verarbeitung fluoreszierende Markerpartikel (Tracer) in geringen Konzentrationen zugemischt. Die Tracer verteilen sich homogen im Kunststoff wie andere Additive.
So markierte Kunststoffe werden zu Fluoreszenz angeregt, wenn sie in einer Sortiermaschine Laserlicht durchlaufen. Die Fluoreszenz wird von Kameras erkannt. Das markierte Objekt kann ausgeblasen bzw. abgetrennt werden.
Zur Unterscheidung verschiedener Kunststoffarten können verschiedene Tracer und Kombinationen von Tracern eingesetzt werden. Dadurch ist eine eindeutige, schnelle Erkennung in Sortiermaschinen möglich. Die Tracer selbst sind temperaturstabil und inert. Sie überstehen also die Nutzung der Kunststoffe, die Aufbereitung für die Wiederverwendung und die erneute Nutzung. Daher müssen die Kunststoffe nur einmal markiert werden. Insofern können die Tracer auch als robuste, funktionale Ergänzung der Kunststoffarten gesehen werden. Bei Verpackungen können auch die Etiketten markiert werden. Aus diesen können die Tracer nach Sortierung extrahiert und wiederverwendet werden.
Für die Umsetzung des Tracer Based Sortings (TBS) entwickelt Polysecure mit Partnern wie dem Karlsruhe Institut of Technology (KIT) effiziente Tracer. Beim Bau leistungsfähiger Sortiermaschinen kooperiert Polysecure mit der Nägele Mechanik GmbH und der CMO-SYS GmbH.
Ferner haben wir im Juli 2017 mit dem Grünen Punkt / DSD, Werner & Mertz, dem KIT und der Hochschule Pforzheim das BMBF-Projekt MaReK gestartet, im Rahmen dessen die Anwendung von TBS auf Kunststoff-Verpackungen getestet wird.
Mit Rehau, einem führenden Hersteller von PVC-Fensterprofilen, wurde bereits die erste industrielle Anwendung der neuen Sortiertechnologie umgesetzt. Etliche 10.000 Tonnen Kunststoff wurden markiert. Ebenso wurde die erste TBS-Sortiermaschine gebaut und in eine Produktion integriert (siehe auch: https://youtu.be/nvPcSV2OHXU).
Durch diese erste industrielle Anwendung konnte gezeigt werden, dass mit TBS hohe Materialdurchsätze und Sortierqualitäten erreicht werden. Ferner lässt sich aus diesen Erfahrungen ableiten, dass die Kosten der Tracer, nicht zuletzt durch ihre mehrfache Nutzung, im Bereich von einem Cent pro kg Kunststoff liegen. Demgegenüber steht der Nutzen, dass man eine Kreislaufwirtschaft umfassender umsetzen könnte. Die Sortierkosten, also auch die Kosten der Sortiermaschinen, sind durch die gute Erkennung und Sortierqualität ohnehin vergleichbar mit dem Stand der Technik oder geringer.
Über die Anwendung als Sortiertechnologie hinaus setzt POLYSECURE die fluoreszierenden Tracer auch zur Authentifizierung von Produkten ein. Dadurch können sich Originalhersteller z. B. vor unberechtigten Gewährleistungsansprüchen wehren, die von Plagiaten ausgelöst werden. Einige führende Hersteller setzen solche Markerlösungen von POLYSECURE bereits in der Serie ein.

Unser Angebot

Einerseits für die Umwelt: In Deutschland wurde in 2017 ein neues Verpackungsgesetz verabschiedet, nach dem ausgehend von heute rund 30% in wenigen Jahren 65% der Kunststoffverpackungen werkstofflich recycelt werden müssen. Mit unserer neuen Sortiertechnologie könnten diese Vorgaben besser erreicht werden. Insofern hat sie strategische Bedeutung für den Aufbau einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, mindestens bei Kunststoffen.
Im Ergebnis schätzen wir, dass mit Tracer Based Sorting z.B. rund 20% der Kunststoffverpackungen überhaupt oder besser sortiert und damit recycelt werden können. Weltweit wären dies rund 20 Mio. Tonnen Kunststoff pro Jahr, was einer Einsparung von 20 – 60 Mio. Tonnen CO2 entspricht.

Andererseits für die Volkswirtschaft und Innovationskultur: Wir forschen, entwickeln und vermarkten mit einer umfassenden Wertschöpfungskette. Wir haben das Ziel, komplette nachhaltige Lösungen für die Industrie anzubieten. Dazu gehört auch, dass wir strategisch und international patentieren. Mit einer solchen Strategie kann langfristig nachhaltige Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft gehalten werden.
Wir bieten an, über unsere Erfahrungen zu berichten und andere Unternehmen zu unterstützen, die eine ähnliche Strategie verfolgen wollen.


Unser Interesse

Austausch mit anderen Technologieunternehmen, Investoren und der Politik. Die richtigen politischen Randbedingungen sind wichtig für eine sinnvolle Transformation in eine nachhaltige Wirtschaft.



Bilder

Die Herausforderung, Beispiel: Ballen aus gepressten Kunststoffflaschen. Foto: GettyImages, © Polysecure GmbH

Unsere erste Tracer Based Sorting Maschine in ihrer Produktionsumgebung. Foto: © Polysecure GmbH

Nach der Trennung der Fraktionen und entsprechender Re-Extrusion erhält man Recycling-Granulat in höchster Reinheit. Foto: © Polysecure GmbH

Ziel: Recyceltes Material wird hochwertiger und vielleicht sogar ursprünglicher Verwendung zugeführt. Foto: GettyImages, © Polysecure GmbH


Adresse

Polysecure GmbH
Engesserstr. 4a
79108 Freiburg
Deutschland


Für die Richtigkeit und Aktualität der aufgeführten Inhalte wird keine Gewähr übernommen. Die Zusammenstellung der Informationen hegt darüber hinaus keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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