circular.fashion UG (haftungsbeschränkt)


Beschreibung

Mit dem Ziel den Wandel für eine textile Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, entwickelt circular.fashion eine Software Plattform, die Modemarken das Wissen und die digitalen Werkzeuge zur Verfügung stellt, kreislauffähige Produkte zu designen sowie Altkleidersortierern die Informationen, um diese zu Faser-zu-Faser Recyclern zurückzuführen.


Geschäftsmodell: B2B

Mitarbeiter: 10

Status Kapitalsuche: Auf Kapitalsuche

Höhe der gesuchten Finanzierung: 600.000 €


Gegründet: 2018

Unternehmensphase: Start-up Phase (Gründung und Markteinführung)

Gründer

Gegründet wurde circular.fashion durch Ina Budde und Mario Malzacher. Ina Budde absolvierte ihren BA als Mode-Designerin und den MA Sustainability in Fashion. Durch ihr MA konnt sie umfassendes Fachwissen zum Thema kreislauffähige Textilien, Recycling und Systeme erlangen, welches sie seit 2013 als freie Beraterin in der Modebranche und Dozentin für nachhaltiges Design an verschiedenen internationalen Hochschulen wie Melbourne und London anwendet. Dabei hat sie bereits preisgekrönte Projekte realisiert (BUNDESPREIS ECODESIGN 2016, LAVERA GREEN FASHION AWARD 2014). Mario Malzacher hat einen B.Sc. in Wirtschaftsinformatik und einen MA in Business Innovation an der Universität St. Gallen. In der Zwischenzeit sammelte er Erfahrungen in den Bereichen Logistik und Web-Entwicklung und arbeitete sieben Jahre als Prozess- und Produktionsingenieur für das globale Unternehmen ABB.


Unser Produkt

In der Textilindustrie werden jährlich 100 Mrd. Textilien hergestellt, davon wird weniger als ein Prozent nach der Nutzung wieder für neue Kleider verwendet. Das hier ein grundlegender Wandel notwendig ist, ist in der Industrie zu großen Teilen unumstritten. Entsprechend haben 94 führende Modefirmen das 2020 Circular Fashion System Commitment mit ehrgeizigen Zielen unterschrieben. Diesen Zielen stehen jedoch noch strukturelle Herausforderungen in der Branche entgegen. Zwei zentrale Probleme erschweren eine flächendeckende Nutzung der Faser-zu-Faser Recycling Technologien: 1) Mangel an recyclingfähigen Produkten auf dem Markt und fehlendes Wissen über kreislauffähiges Produktdesign und 2) fehlende Strukturen, um die materialspezifische Rückführung von Textilien zum entsprechenden Recyclingunternehmen zu gewährleisten.

Das circular.fashion system bietet der Textilindustrie eine Lösung für diese Probleme: eine vernetzte Softwarelösung, die eine Verbindung zwischen Materiallieferanten, Modemarken, Konsumenten, Altkleidersortierern und Recyclern, im Sinne einer Industrie 4.0, herstellt. Durch die einzelnen Komponenten des Systems, die sich an verschiedene Kundengruppen richten, soll der Kreislauf für Textilien durch hochwertiges Recycling über die ganze Wertschöpfungskette geschlossen werden.

Als ersten Schritt dazu hat circular.fashion die Circular Design Software (CDS), entwickelt. Diese adressiert Modemarken und stellt ihnen die digitalen Werkzeuge zur Verfügung, um recyclingfähige Produkte auf den Markt zu bringen. Erreicht wird dieses Ziel durch die drei Module der CDS:
(1) Als erstes Modul hat circular.fashion die erste Materialdatenbank entwickelt, die Stoffe enthält, die auf ihre Recyclingfähigkeit getestet wurden. (2) Zweitens wurden Designstrategien auf Produktebene entwickelt, die Designer Anleitungen geben was sie beachten müssen um eine kreislauffähige Produktkostruktion zu entwickeln. (3) Der dritte Teil ist ein Produktkonfigurator mit dem Modedesigner die einzelnen Materialien ihres Produkts zusammenstellen können und in Echtzeit eine Information bekommen, ob sich die Komposition für einen Recycler eignet oder nicht. Durch dieses dritte Modul kann circular.fashion auch die Produktspezifikation speichern, die dann für die Reverse-Lieferkette relevant ist.

Als zweiten Schritt entwickelt circular.fashion nun die ‚Reverse Supply Chain Intelligence‘ (RSCI) Lösung. In dieser sollen Textilien mit einem Identifikationscode - der circularity.ID - ausgestattet werden, um die in der Design Software gespeicherten Informationen der Reversen-Lieferkette zugänglich zu machen. Einerseits soll der Identifikationscode eine Schnittstelle zwischen Modemarken, dem Handel und Konsumenten aufbauen. Durch diese Schnittstelle erhalten Kunden Informationen, wie sie den Lebenszyklus der Mode verlängern können und wie sie ein Kleidungsstück in die richtigen Kanäle zurückgeben, um hochwertiges Recycling zu ermöglichen. Andererseits soll damit Altkleidersortierern die Information über geeignete Recycler zur Verfügung gestellt werden, so dass für jedes Kleidungsstück die Materialien mit dem bestmöglichen Recyclingprozess zu neuen Fasern regeneriert werden können.


Unser Beitrag

Aktuell werden die Materialien von Kleidungsstücken am Ende ihres Nutzungszyklus meist auf Deponien entsorgt oder thermisch verwertet (87%). Zurückgewonnene Textilien werden größtenteils mechanisch recycelt (12%). Dies ist ein Downcycling-Prozess, welcher die Faserqualität verringert, so dass sie allein nicht mehr für die Herstellung neuer Textilien verwendet werden können. Dadurch werden immer neue Rohstoffe benötigt, um die steigende Nachfrage zu decken, die sich vom Jahr 2000 auf 2016 verdoppelte. Jährlich werden 98 Mio. Tonnen fossile Rohstoffe und 93 Mrd. m3 Wasser verwendet sowie 21 Mrd. Tonnen CO2 emittiert. Rohstoffe wie Baumwolle und synthetische Fasern aus Rohöl werden zunehmend knapper, teurer und geraten in Konflikt zum Lebensmittelanbau.
Durch die Circular Design Software wird der erste Schritt zu einer Kreislaufwirtschaft gemacht: Produkte, die vollständig recyclingfähig sind. Durch die circularity.ID können getragene Kleidungsstücke zu einem passenden hochwertigen Recycler geleitet werden. Insgesamt stößt das bereitgestellte Wissen und die digitale Vernetzung einen Wandel an, von der vorrangigen Nutzung von Primär- zu Sekundär-Rohstoffen.


Interesse an der Teilnahme an einem Inkubatoren- oder Accelerator-Programm?

Ja

Adresse

circular.fashion UG (haftungsbeschränkt)
Skalitzer Strasse 97
10997 Berlin
Deutschland


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