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Crowdinvesting: Kapital für grüne Start-ups

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Die Bedeutung grüner Start-ups im Rahmen des Umwelt- und Klimaschutzes ist unumstritten. Sie sorgen stets für den nötigen Innovationsschub und tragen damit einen unverzichtbaren Beitrag zu einer klimaneutralen Gesellschaft bei. Mit 35 % arbeiten heutzutage mehr Start-ups an Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit als jemals zuvor. Das geht aus dem Green Startup Monitor 2023 hervor und zeigt, dass der ökologische Wandel zunehmend mehr Chancen und Ansatzpunkte für Start-ups hervorbringt. Nichtsdestotrotz sehen 46 % der grünen Start-ups eine zentrale Hürde beim Thema Kapitalbeschaffung, deutlich mehr als im Vorjahr (37 %) und unter nicht-grünen Start-ups (34 %). Doch grüne Technologien und spannende Innovationen sind auf dem Vormarsch und sollen zukünftig stärkere Unterstützung durch Crowdinvesting erfahren.

Damit die innovativen und wegweisenden Ideen junger Start-ups Wirklichkeit werden können, sind diese häufig auf das nötige Kleingeld angewiesen. Meist sind die eigenen Ersparnisse schon zeitig aufgebraucht und das Unternehmen muss sich über kurz oder lang mit der Frage nach der Finanzierung auseinandersetzen. Ein Finanzierungsklassiker für Unternehmen ist der Bankkredit, welcher über einen genau festgelegten Zeitraum zu einem festen Zinssatz abgetragen wird. Ein Bankkredit bietet eine Menge Planungssicherheit – doch diesen für eine Startup-Idee zu bekommen, ist oftmals äußerst schwierig. Eine weitere Finanzierungsform, die sich bereits ab der Frühphase eignet, ist die Finanzierung durch Business Angels – also Privatpersonen, die ihr eigenes Vermögen in Start-ups investieren, aber auch junge Unternehmen mit ihrer Expertise und Zugang zu ihrem Netzwerk unterstützen.

Neben finanziellen Mitteln und Kontakten kann dem Unternehmen außerdem Infrastruktur und Know-how zur Verfügung gestellt werden. Inkubatoren etwa unterstützen Start-ups bereits in der Frühphase mit Sachleistungen wie der Bereitstellung von Räumlichkeiten und IT-Infrastruktur, wohingegen Akzeleratoren Unternehmen eher in der Wachstumsphase fördern und ihren Schwerpunkt verstärkt auf Mentoring und Vermittlung von Know-how legen. Eine weitere Finanzierungsform, die erst in der Wachstumsphase greift, ist Venture Capital. Hier beteiligen sich Unternehmen über einen Fonds an einem Start-up und gewähren häufig große Summen von mehreren Hunderttausend bis zu mehreren Millionen Euro. Für solch eine kräftige Finanzspritze erhalten sie allerdings Firmenanteile und in der Regel auch weitreichende Mitsprache-, Informations- und Kontrollrechte. Weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung findet ihr hier.

 

Wenn das nötige Kleingeld fehlt – Finanzierungsform Crowdinvesting

Eine noch vor wenigen Jahren weitgehend unbekannte Finanzierungsform ist das Crowdinvesting. Die deutsche Wortschöpfung Crowdinvesting – international wird von "Equity-based Crowdfunding" gesprochen – ist eine Form des Crowdfundings, bei der die Crowd finanziell am Erfolg des Unternehmens oder des Projekts beteiligt wird. Doch wer ist die Crowd?

 

Beim Crowdinvesting investieren viele private und institutionelle Anlegende gemeinsam in ein Unternehmen oder Projekt und haben die Chance auf attraktive Renditen. Bei der von Banken und Großinvestoren unabhängigen Finanzierungsalternative ist es Anlegenden möglich, sich schon mit kleinen Beträgen – meist ab 250 Euro bzw. 500 Euro – an Start-ups, Wachstumsunternehmen sowie Projekt-Gesellschaften aus den verschiedensten Branchen zu beteiligen. Spezielle Plattformen treten dabei als Vermittler zwischen den Gründerinnen und Gründern oder Projektbetreibenden und der Crowd auf, wickeln das Funding ab und bieten vollständig digitale Investmentprozesse an. Inzwischen wächst der Markt seit Jahren kontinuierlich und verzeichnete von 2012 bis 2020 in Deutschland eine jährliche Zunahme des Marktvolumens von ca. 68 % (nach CAGR). Damit ist Crowdinvesting nicht nur eine beliebte Finanzierungsform für Unternehmen, sondern auch eine interessante Investment-Alternative oder Portfolio-Ergänzung für Privatanlegende.

 

Crowdinvesting für eine nachhaltigere Gesellschaft

Mit über 31,5 Mio. Euro vermitteltem Kapital ist Econeers eine der führenden Crowdinvesting-Plattformen für nachhaltige Projekte und erneuerbare Energien in Deutschland. Econeers ist Teil der OneCrowd-Gruppe mit Sitz in Dresden. Gemeinsam mit der Econeers-Crowd werden Investitionen in Energiewendeprojekte und grüne Start-ups in der DACH-Region getätigt und damit das nachhaltige Unternehmertum in Deutschland gestärkt. Alle Unternehmen bzw. Projektgesellschaften, welche bereits gegründet und eine im DACH-Raum ansässige Gesellschaft (UG, GmbH, AG, GmbH & Co. KG) sind, können sich über Econeers finanzieren. Bei der Auswahl der Projekte achtet die Crowdfunding-Plattform vor allem auf die ökologische, ökonomische und soziale Dimension nachhaltigen Handelns nach SDG-Kriterien.

Gemeinsam mit den ausgewählten Fundings trägt Econeers schließlich zu den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen bei. Die Sustainable Development Goals (SDGs) verkörpern universell gültige Ziele für eine nachhaltige Entwicklung und dienen Regierungen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft weltweit als Orientierung für die Bewältigung globaler Herausforderungen. Die SDGs setzen sich sowohl aus sozialen, ökologischen als auch aus ökonomischen Aspekten zusammen und tragen alle zu einer nachhaltigeren Gesellschaft bei. Gleich 6 der 17 Nachhaltigkeitsziele befassen sich mit den sozialen Aspekten von Nachhaltigkeit und fokussieren sich im Kern auf Lösungen für globale Probleme wie Armut oder Hunger. Weitere Schwerpunkte sind der Zugang zu Bildung und die Förderung von Gleichheit zwischen den Geschlechtern. Die ökologischen Aspekte spielen eine ebenso wichtige Rolle und beschäftigen sich u. a. mit dem Schutz der Artenvielfalt sowohl auf dem Land als auch unter Wasser. Neben Maßnahmen zum Klimaschutz stehen auch nachhaltige Städte und Gemeinden, bezahlbare und saubere Energie und eine weltweit sichere Versorgung mit sauberem Wasser im Fokus. Die abschließenden fünf der 17 Nachhaltigkeitsziele konzentrieren sich auf die ökonomischen Aspekte von Nachhaltigkeit und beinhalten ein bewussteres Konsumverhalten, eine menschenwürdige Globalisierung und Produkte, die langlebig und dauerhaft ressourcenschonend sind.

 

Diese grünen Start-ups haben sich erfolgreich über Crowdinvesting finanziert

Alle Fundingunternehmen, die auf Econeers zu finden sind, verfolgen grüne und nachhaltige Ziele. Zu den erfolgreichsten Fundings der Crowdinvesting-Plattform zählen u. a. MOWEA, SUNfarming, nucao und etepetete. So investierten 864 Menschen fast 1,5 Millionen Euro in MOWEA und das erste modulare Windenergie-System für den industriellen Einsatz weltweit. Die standardisierten Windturbinen können direkt in vorhandene Architektur oder Infrastruktur integriert werden, senken CO2-Emissionen und Energiekosten und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Erreichung globaler Klimaziele. Auch SUNfarming beschäftigt sich mit erneuerbaren Energien und ist Spezialist für die Projektierung und den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen. Das Unternehmen hat sich bereits viermal über Econeers finanziert – zweimal im Rahmen einer Festverzinsung und zweimal über ein Wertpapier – und hat so die Finanzierung mehrerer Solarparks in Deutschland ermöglicht.

 

Doch die Econeers lassen sich nicht nur von grüner Energie begeistern. Mit seinem kompromisslosen Konzept gelang dem Food-Start-up nucao eine der schnellsten Finanzierungsrunden seit Bestehen der Plattform. nucao produziert nachhaltige Schokoladenriegel sowie Protein-Shakes, setzt dabei auf plastikfreie Verpackungslösungen und unterstützt mit jedem verkauften Produkt ein Aufforstungsprojekt auf Madagaskar. Ein weiteres Unternehmen, welches jedoch keine Lebensmittel produziert, sondern rettet, ist etepetete. Durch die enge Zusammenarbeit mit 90 regionalen und überregionalen Partner-Landwirten konnte das junge Unternehmen aus München seit der Gründung im Jahr 2015 bereits über 15.000.000 kg unperfektes Bio-Obst und -Gemüse, welches es nicht in den Handel geschafft hätte, vor der Verschwendung bewahren. Das überzeugte auch 775 Investierende, welche gemeinsam knapp 1.8 Millionen Euro investierten.

 

Crowdinvesting für Unternehmen – mehr als nur ein Finanzierungswerkzeug

Für diese und andere Unternehmen ist Crowdinvesting weit mehr als die bloße Akquise von frischem Kapital: Sie können ihre Geschäftsidee nicht nur Tausenden von potenziellen Investierenden vorstellen und somit direktes Feedback erhalten, sondern auch an Bekanntheit gewinnen und neue Kundinnen und Kunden für sich begeistern. Crowdinvesting bietet zudem die Chance, Mitarbeitende und Geschäftspartner noch enger ans Unternehmen zu binden und kann damit nicht nur als Finanzierungs-, sondern auch als Marketing- und Vertriebswerkzeug einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenswachstum leisten. Fundingunternehmen sollten sich aber bewusst sein, dass eine Crowdfinanzierung kein Selbstgänger, sondern ein arbeitsintensiver Prozess ist. Dazu gehört unter anderem ein großes Maß an Offenheit und die Bereitschaft zum Dialog mit der Crowd.

 

Lust auf Crowdinvesting?

Ihr seid auf der Suche nach Kapital und wollt mehr zum Thema Crowdinvesting erfahren? Auf https://www.econeers.de/fuer-unternehmen findet ihr weitere Informationen sowie ein umfangreiches, kostenfreies Whitepaper mit dem Titel „Finanzierung für grüne Startups“.

 

StartGreen ist das Online-Informations- und Vernetzungsportal des Borderstep Instituts für die grüne Gründungsszene in Deutschland. Hier informieren und vernetzen sich grüne Gründerinnen und Gründer, grüne Start-ups, grüne Investorinnen und Investoren und Finanzierende, nachhaltig orientierte Gründungszentren u.v.m. um ihr Wissen und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Dieses Projekt wurde gefördert durch
logos von 'Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz' und 'Nationale Klimaschutz Initiative'