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Papier aus Ananas – Start-up aus Hannover erreicht wichtigen Meilenstein
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Das Start-up eco:fibr hat seine erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Die Gründenden aus Hannover haben einen nachhaltigen Prozess entwickelt, Zellstoff aus den pflanzlichen Abfällen des Ananasanbaus herzustellen. Das neue Verfahren könnte die Papierindustrie revolutionieren.
eco:fibr wurde 2017 unter anderen von Niklas Tegtmeier und Merit Ulmer als Studentenprojekt der Leibniz Universität Hannover gegründet. Die Studierenden entwickelten einen eigenen ressourceneinsparenden Prozess zur Nutzung von pflanzlichen Reststoffen. Mit dem neuen Verfahren lässt sich Zellulose ohne den Einsatz von Schwefel- und Chlorverbindungen aus Ananasresten extrahieren.
Als Motivation diente dem Team das Reststoffproblem in Costa Rica, dem Weltmarktführer beim Ananasexport. In dem mittelamerikanischen Land fallen jährlich rund 4,5 Millionen Tonnen an Ananaspflanzenresten an, die erst chemisch getrocknet und anschließend meist verbrannt werden. Ein kostspieliges Verfahren, das jedoch unumgänglich ist um die Ausbreitung der Cochinilla Mücke zu unterbinden.
Um die Kosten der Abfallentsorgung einzusparen kooperieren die Ananasbauern mit dem deutschen Start-up, so dass schon bald aus den Pflanzenresten Zellstoff produziert werden kann. Bis spätestens 2026 soll in Costa Rica eine Pilotanlage entstehen.
Das Kapital der ersten Finanzierungsrunde in Höhe von 340.000€ ermöglicht es eco:fibr nun seine Vision weiter voranzutreiben und die Geschäftsidee auf eine neue Ebene zu bringen. In den kommenden Wochen wird eine Pilotanlage in Niedersachsen aufgebaut um den Prozess auf einen Semi-Industriellen Maßstab hochzuskalieren und ein Produktionsvolumen von bis zu 2 Tonnen zu erreichen.
Mehr Infos zu eco:fibr und seinem Vorhaben findet ihr hier.