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NexDash will mittelständische Speditionen auf Elektromobilität umstellen

© NexDash Autonomy GmbH / Michael Cassau (CEO & Founder NexDash) & Karsten Sachsenröder (COO NexDash)

Der Straßengüterverkehr gehört zu den Bereichen, in denen die Umstellung auf klimafreundlichere Antriebe besonders anspruchsvoll ist. Gerade für kleinere und mittlere Speditionen bedeutet der Wechsel auf Elektro-Lkw hohe Investitionen und neue Anforderungen an Routenplanung, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement.

Das 2025 von Michael Cassau gegründete Berliner Start-up NexDash verfolgt deshalb einen ungewöhnlichen Ansatz. Cassau hatte zuvor das Miet-Commerce-Unternehmen Grover aufgebaut und über mehrere Jahre als CEO geführt. Mit NexDash setzt er nun auf das Modell eines „Neo-Carriers“: Statt Speditionen lediglich Software oder Beratungsleistungen für die Elektrifizierung anzubieten, übernimmt das Unternehmen bestehende mittelständische Transportbetriebe und stellt deren Flotten schrittweise auf Elektro-Lkw um.

Erste Spedition in Nordrhein-Westfalen übernommen

Mit March Transporte aus Rheinbach hat NexDash seine erste Spedition übernommen. Das Unternehmen verfügt über bestehende Transportaufträge, Kundenbeziehungen und operative Strukturen, die erhalten und gleichzeitig technisch weiterentwickelt werden sollen.

Kern des Modells ist die von NexDash entwickelte KI-Plattform NexOS. Sie soll den Betrieb elektrischer Lkw-Flotten steuern und dabei unter anderem Routen, Energieverbrauch und Ladevorgänge berücksichtigen. Anders als bei Dieselfahrzeugen müssen bei Elektro-Lkw Reichweite, Ladezeiten und verfügbare Ladeinfrastruktur stärker in die laufende Disposition einbezogen werden.

Bei March Transporte hat NexDash inzwischen mit der Elektrifizierung der Flotte begonnen. Die ersten Elektro-Lkw sind bereits im Einsatz. Weitere Fahrzeuge sollen folgen.

Bereits 7,5 Millionen Euro Kapital eingeworben

Für die weitere Entwicklung hat NexDash 2,5 Millionen Euro von EIT Urban Mobility erhalten. Die Finanzierung ist als Pre-Series-A-Investment angelegt und sichert EIT Urban Mobility zugleich eine Beteiligung an der geplanten Series-A-Runde. Nach Angaben von EIT Urban Mobility handelt es sich um die bislang größte Investition in der Geschichte der Organisation.

Bereits im November 2025, drei Monate nach der Gründung, hatte NexDash eine Seed-Finanzierung über fünf Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Extantia Capital, beteiligt waren außerdem Clean Energy Ventures und Magnetic Capital. Insgesamt hat das junge Unternehmen damit bereits 7,5 Millionen Euro Kapital eingeworben.

Die aktuelle Finanzierung soll vor allem dazu beitragen, die Elektrifizierung der übernommenen Flotten zu beschleunigen und das Modell auf weitere Märkte auszuweiten.

NexDash setzt dabei an einer strukturellen Besonderheit des europäischen Güterverkehrs an: Ein großer Teil des Marktes besteht aus kleinen und mittelständischen Transportunternehmen. Diesen fehlen häufig die finanziellen und technischen Ressourcen, um die Umstellung auf Elektromobilität allein zu bewältigen.

Durch die Kombination aus Übernahmen, Elektrifizierung und KI-gestütztem Flottenbetrieb will NexDash einen anderen Weg gehen. Gelingt es, das Modell auf weitere Speditionen zu übertragen, könnte das Start-up damit einen Beitrag leisten, die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs auch im Mittelstand voranzubringen.

Weitere Informationen: NexDash

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