Nachrichten

di.monta: Mit KI und Robotern zu mehr Kreislaufwirtschaft

© dimonta - von links nach rechts: Carolin Benjamins, Florian Menz, Markus Schmitz, Daniel Gossen und Neil May

Was passiert mit einer Waschmaschine oder einer Batterie am Ende ihrer Nutzungsdauer? Wertvolle Komponenten und Rohstoffe zurückzugewinnen ist häufig aufwendig – insbesondere, wenn Produkte zunächst fachgerecht und möglichst zerstörungsfrei demontiert werden müssen. Das Aachener Start-up di.monta will genau diesen Arbeitsschritt automatisieren.

Das Team entwickelt eine Software, mit deren Hilfe Roboter lernen sollen, Elektrogeräte eigenständig zu demontieren. Dafür beobachtet und analysiert die Software zunächst, wie Fachleute ein Produkt auseinanderbauen. Aus diesen Abläufen lernt das System Schritt für Schritt, sodass die Demontage anschließend automatisiert, schnell und sicher durchgeführt werden kann.

Bauteile wiederverwenden statt nur recyceln

Dabei geht es nicht allein darum, Materialien für das Recycling voneinander zu trennen. Wo es möglich ist, sollen komplette Komponenten erhalten bleiben und erneut eingesetzt werden. Bei einer Waschmaschine könnten beispielsweise Bauteile zurückgewonnen und in einem neuen Gerät weiterverwendet werden.

Andere Bestandteile lassen sich durch eine gezielte Demontage sortenreiner dem Recycling zuführen. Das ist insbesondere bei Komponenten interessant, die wertvolle Rohstoffe und Edelmetalle enthalten. Gleichzeitig kann eine präzise Zerlegung dazu beitragen, Recyclingprozesse einfacher und energieärmer zu gestalten.

Die Technologie könnte künftig auch dort eingesetzt werden, wo eine manuelle Demontage mit Risiken verbunden ist. Als mögliches Anwendungsgebiet nennt das Unternehmen etwa Batterien von Elektroautos.

Aus der Forschung zum Green Start-up

di.monta ist ein Ausgründungsvorhaben aus der RWTH Aachen. Zum Gründungsteam gehören Carolin Benjamins, Florian Menz, Markus Schmitz, Daniel Gossen und Neil May. Auf dem Weg von der Forschung zur Gründung wird das Vorhaben durch verschiedene Förderprogramme unterstützt. Dazu gehören Start-up Transfer.NRW sowie der EXIST-Forschungstransfer, der forschungsbasierte Gründungsvorhaben bei der Weiterentwicklung ihrer Technologie und der Vorbereitung einer Unternehmensgründung unterstützt.

Nun folgt eine weitere Förderung: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat di.monta als 100. Unternehmen in ihr Green-Start-up-Programm aufgenommen. Neben der finanziellen Unterstützung umfasst die zweijährige Förderung fachliche Beratung und den Zugang zum Netzwerk der DBU.

Seit dem Start des Programms im Jahr 2019 hat die DBU nach eigenen Angaben mehr als zwölf Millionen Euro in junge Unternehmen mit innovativen und umweltentlastenden Geschäftsmodellen investiert.

Für di.monta soll die Förderung dabei helfen, den nächsten Schritt von der Forschung in Richtung wirtschaftlicher Anwendung zu gehen. Das langfristige Ziel: Herstellern eine automatisierte Möglichkeit zu bieten, Altgeräte so zu demontieren, dass möglichst viele Bauteile und Rohstoffe wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können.

Weitere Informationen: di.monta an der RWTH Aachen und Green-Start-up-Förderung der DBU

StartGreen ist das Online-Informations- und Vernetzungsportal des Borderstep Instituts für die grüne Gründungsszene in Deutschland. Hier informieren und vernetzen sich grüne Gründerinnen und Gründer, grüne Start-ups, grüne Investorinnen und Investoren und Finanzierende, nachhaltig orientierte Gründungszentren u.v.m. um ihr Wissen und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Dieses Projekt wurde gefördert durch
logos von 'Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz' und 'Nationale Klimaschutz Initiative'