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150 Millionen Euro für reversible Kraftwerke
© Ricardo Gomez Angel - unsplash
Strom aus Gas erzeugen und bei einem Überschuss erneuerbaren Strom wieder in speicherbare Gase umwandeln: Reverion entwickelt Kraftwerke, die beide Prozesse in einer Anlage verbinden. Für die industrielle Skalierung seiner Technologie hat das Unternehmen aus Eresing bei München nun eine Series-B-Finanzierung über 175 Millionen US-Dollar abgeschlossen.
Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom europäischen Deeptech- und Klimafonds Kembara. Neu beteiligt sind außerdem Allianz, KfW Capital, Aurum Impact und Carbon Equity. Auch bestehende Investoren wie Extantia, Energy Impact Partners, UVC Partners und der European Innovation Council Fund investieren erneut.
Stromerzeugung und Energiespeicherung in einer Anlage
Kern der Reverion-Kraftwerke sind reversible Festoxidbrennstoffzellen. Im regulären Betrieb wandeln sie Gas elektrochemisch und ohne Verbrennung in Strom um. Läuft die Anlage in die andere Richtung, kann sie überschüssigen Strom nutzen, um speicherbare Gase zu erzeugen. Damit lässt sich die Technologie sowohl zur Stromerzeugung als auch zur Speicherung erneuerbarer Energie einsetzen.
Ein weiteres Merkmal ist die Abscheidung von CO₂. Beim Einsatz von Biogas entsteht biogenes CO₂ in konzentrierter Form, das aufgefangen und anschließend genutzt oder dauerhaft gespeichert werden kann. In Verbindung mit einer dauerhaften Speicherung kann der Betrieb dadurch CO₂-negativ werden.
Nach Angaben des Unternehmens wurde im laufenden Kundenbetrieb ein elektrischer Wirkungsgrad von 74,2 Prozent gemessen. Sieben Reverion-Kraftwerke sind derzeit bereits an Kundenstandorten im Regelbetrieb. Die Leistung der größeren Anlagen liegt inzwischen bei 500 Kilowatt.
Neue Fabrik soll Fertigungskapazität verzehnfachen
Mit der aktuellen Finanzierung will Reverion den Schritt in die industrielle Großserienfertigung machen. Geplant ist ein neuer Produktionsstandort in Deutschland mit einer jährlichen Fertigungskapazität von 250 Megawatt. Dadurch soll sich die bisherige Produktionskapazität verzehnfachen.
Am neuen Standort könnten nach Unternehmensangaben bis zu 800 Arbeitsplätze entstehen. Der Stammsitz in Eresing soll bestehen bleiben. Dort ist die Zahl der Beschäftigten zuletzt von rund 100 auf mehr als 200 gestiegen.
Parallel arbeitet Reverion daran, seine Technologie für Anwendungen im Multi-Megawatt-Bereich weiterzuentwickeln. Als mögliche Einsatzfelder nennt das Unternehmen neben Energieversorgern und Industrie zunehmend auch Rechenzentren, die einen hohen und kontinuierlichen Strombedarf haben.
Mit der Series-B-Finanzierung geht Reverion damit vom Aufbau und Betrieb erster Anlagen in die nächste Phase: die industrielle Fertigung seiner Kraftwerkstechnologie in größerem Maßstab.
Weitere Informationen: https://reverion.com/
