Good Practice

© L.A. Cleantech Incubator

"Man muss ein eigenes Ökoystem errichten"

Redaktion

 

Portrait: L.A. Cleantech Incubator, USA

Ein öffentlich-privat finanziertes Gründungszentrum der Stadt Los Angeles, unterstützt erfolgsversprechende Start-ups der Green Economy und Umwelttechnik.

Handlungsmaxime des L.A. Cleantech Incubators (LACI) sind die Abkehr von fossilen Energieträgern und ein Kurswechsel des öffentlichen und privaten Sektors im Umgang mit natürlichen Ressourcen.

 

Zielgruppe

Schwerpunktmäßig sind dies junge Unternehmen und Start-ups. Zunehmend auch etablierte Unternehmen und „Turn arounds“, die neue Geschäftsbereiche erschließen sowie ausländische Unternehmen, die auf dem US-amerikanischen Markt Fuß fassen möchten.

 

Das Angebot

Unkomplizierte und flexible Anmietung von Arbeitsplätzen in begehrter Lage auf dem L.A. ‚Cleantech Corridor‘, Downtown LA in Nachbarschaft  zu vielen weiteren Unternehmen der Green Economy.

Intensive Betreuung der Unternehmen und Start-ups von Seiten des LACI. In Seminaren werden wichtige Grundlagen der Unternehmensführung, -finanzierung und -strategie vermittelt und über das LACI-Netzwerk Kontakte, beispielsweise zu Kapitalgebern, geknüpft.

Knapp vierzig Mentoren und Mentorinnen, ehemalige Gründer, Anwälte und Businesscoaches helfen den Unternehmen schneller zu lernen und einflussreiche Netzwerke aufzubauen - kurz bessere Unternehmer zu werden und somit schnell zur Marktreife zu gelangen.

 

Kurzinterview mit Fred Walti (CEO)

 

 

StartGreen: Was zeichnet den L.A. Cleantech Incubator aus?

Fred Walti: Der L.A. Cleantech Incubator wird von Unternehmensgründern betrieben und unterhält gleichzeitig enge Beziehungen zu der Stadtverwaltung von Los Angeles und dem Staat Kalifornien. Unser Ziel ist es die Start-ups erfolgreich in den Markt zu bringen. Wir stellen gezielt ausschließlich erfahrene Entrepreneure als Mentoren und Coaches ein. Diese arbeiten sehr intensiv mit den Start-ups und jungen Unternehmen zusammen.

 

StartGreen: Auf welche Weise profitiert die Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt von Ihrer Arbeit?

Fred Walti: Unser Fokus liegt auf der Schaffung einer sogenannten „Green Economy“ und eines globalen grünen Innovationszentrums. Zudem glauben wir, dass es möglich  ist, Geld zu verdienen, dabei gleichzeitig die Umwelt zu schonen und unserem Planet zu einen gesünderen und lebenswerteren Ort zu machen. Wir möchten unsere Stadt und unser Land dabei unterstützen, die Abhängigkeit von fossiler Energie zu minimieren und gleichzeitig den Zugang zu nachhaltiger Energiequellen ermöglichen.

 

StartGreen: Was sind Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit?

Fred Walti: Der L.A. Cleantech Incubator besteht bereits seit über drei Jahren. In der Zeit haben wir drei wichtige Erkenntnisse gewonnen. 1. Start-ups benötigen Unterstützung von Entrepreneuren, also Menschen, die bereits selbst gegründet haben. 2. Ein Inkubator alleine ist nicht genug. Man muss ein Ökosystem um den Inkubator herum errichten. Dazu gehören Investoren wie Venture Capitalist- Gesellschaften, Großkunden wie Städte, akademische Institutionen wie Universitäten und Forschungseinrichtungen. 3. Inkubatoren müssen sich global vernetzen. Aus diesem Grund haben wir auch das Global Innovation (GIN) Network gegründet.

 

StartGreen: Wie können sich Start-ups bewerben und was sind die Kriterien bei der Auswahl?

Fred Walti: Die Bewerbung ist sehr einfach und kann online erfolgen. Die eigentliche Auswahl der Unternehmen ist jedoch sehr umfangreich und sorgfältig. Wir wenden die gleichen Kriterien wie Kapitalgeber und Investoren an: Wir nehmen das Führungsteam unter die Lupe, um zu sehen ob sie in der Lage sind das Unternehmen auf die nächste Ebene zu führen. Zudem schauen wir uns an, ob die Technologie differenziert genug, der Markt ausreichend groß ist und prinzipiell potentielle Investoren für die Geschäftsidee vorhanden sind. Dieser Prozess dauert ungefähr vier bis sechs Wochen.

 

Erfolge              

In den drei Jahren seit der Gründung 2011 konnten bereits 30 Unternehmen gefördert, 50 Millionen US-Dollar Investitionskapital eingesammelt, 105 Patente angemeldet sowie 450 Jobs geschaffen werden.

Für seinen innovativen Ansatz erhielt das LACI bereits mehrere Preise und Auszeichnungen, wurde kürzlich als eines der zehn besten Gründungszentren mit Universitätsanschluss ausgezeichnet.

 

Was kann Deutschland vom LACI lernen:

  1. Mut zu einer langfristigen und konsistenten Strategie, die in der Lage ist politische Machtwechsel zu überdauern und betriebswirtschaftlichen Realitäten gerecht wird.
  2. Der LACI zeigt, dass eine intensive und dichte Betreuung durch erfahrene Gründer, Unternehmen schnell und zielgerichtet zum Erfolg führt.
  3. Der Inkubator stellt den Start-ups ein umfangreiches und internationales Netzwerk aus Investoren, Kunden und Forschungseinrichtungen zur Verfügung. Er schafft damit ein fruchtbares Ökosystem für seine Unternehmen.
  4. Anpassung der Angebote, Unterstützung und Ausstattung an Begebenheiten der Cleantech-Branche; plant beispielsweise längere Entwicklungszeiten für Technologien ein.

 

Weiterführende Informationen:


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Gründerzentren und Inkubatoren Beratung/Coaching Gründungsförderung Internationales Personen


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