Schülerfirma des J. Landenberger FÖZ


Beschreibung

Die Leistungen der Schülerfirma des Johannes Landenberger Förderzentrums in Weimar reichen von Grünpflege und Reinigung über Produkte aus Ton und Holz bis hin zu kreativen Arbeiten (Bilder, Graffiti, Illustrationen). Projekte wie Metallsammelaktionen in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken helfen den mehrheitlich aus prekären Verhältnissen stammenden Schülerinnen und Schülern, den Wert der Dinge besser einzuschätzen. Ein spezielles Token-System dient dabei als Anreiz. Die Schule bemüht sich zudem, das Schülerfirma-Team in soziokulturelle Projekte einzubinden und somit sowohl Kulturvereinen, als auch den Schülern neue Möglichkeiten zu schaffen und zum Beispiel gemeinsam Inklusions-Projekte zu erarbeiten.

Da unsere SchülerInnen in ihren Fähigkeiten und Strategien der Alltagsbewältigung sehr individuell sind, versuchen wir auch ihnen Arbeiten zu vermitteln, die einerseits ihren Möglichkeiten entsprechen und die andererseits an den
Berufsbildern orientiert sind, die ihnen irgendwann offen stehen. Wir sind bemüht mit Trägern außerhalb des
Förderkontexts zu kooperieren, um unsere SchülerInnen zu zeigen, welche Herausforderungen ihnen bevorstehen
können. Häufig sind es soziokulturelle Projektpartner für die wir entweder Dinge herstellen (z.Bsp. Schlüsselanhänger
für ein Kulturfestival/ Hochbeete für einen urbanen Raum) oder Dienstleistungen erbringen (z.Bsp.: Pflege der
Grünanlagen eines befreundeten Jugendclubs).

Ein Großteil unserer Schülerschaft hat seine Behinderung in prekären Milieus erworben, in einem von Arbeits- und Perspektivlosigkeit geprägten Umfeld, fehlt oft die Nestwärme und das Urvertrauen, um eigene Potentiale zu entwickeln. Häufig drückt sich diese Situation in fehlenden finanziellen Mitteln aus, wenn das Geld zur Grundversorgung fehlt, wird in Bildung und Kultur gar nicht investiert. Die große soziale Herausforderung ist es, diese Armutskreisläufe zu durchbrechen, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen. Mit einem komplexen Token-System das der Verhaltensregulation und der Dokumentation der geleisteten Arbeit dient, ist es gelungen, dass Schüler hier Gelder verdienen, die nicht wieder abgezogen werden können. Aufgrund der Armutserfahrung sind wir bemüht sehr sparsam mit Materialien umzugehen, so stehen wir in engem Kontakt mit den Stadtwerken, um Dinge zu verarbeiten, die Andere wegwerfen. Metallreste werden gesammelt und gemeinsam abgegeben - so lernen die Schüler den Wert der Dinge besser einzuschätzen und sie lernen, wie sie sich aus der vererbten Armut herausarbeiten können.


Status Kapitalsuche: Auf Kapitalsuche

Höhe der gesuchten Finanzierung: 15.000 €

Wir bieten das handwerkliche Potential an, dass einzelne Schüler leisten können. Je nach Grad der Behinderung sind die Möglichkeiten sehr unterschiedlich, somit müssen wir mit unseren Auftraggebern nach guten, sozialen Arbeitsbedingungen suchen, um alle Schüler einzubinden. Unsere Leistungen reichen von Grünpflege und Reinigung über Produkte aus Ton und Holz bis hin zu kreativen Arbeiten (Bilder, Graffiti, Illustrationen).

Wir versuchen unsere Mitarbeiter in soziokulturelle Projekte einzubinden und somit sowohl Kulturvereinen, als auch unseren Schülern neue Möglichkeiten zu schaffen. Der Finanzschwäche vieler Kulturvereine begegnen wir offensiv, indem wir mit ihnen Inklusions-Projekte erarbeiten und durchführen. Viele Arbeiten für die sonst keine Ressourcen bestehen können so gewinnbringend umgesetzt werden (z.Bsp. Pflege eines Gartens an einem Kulturzentrum + Bau von Palettenmöbeln für den Cafe-Betrieb im Sommer)., Momentane Kunden sind: eine Stiftung die sich Sparschweine aus Ton herstellen und beschriften lässt, ein Interkultureller Garten der bearbeitet werden muss, ein Theater das Kulissen und Illustrationen braucht, eine Stiftung die sich Spendenboxen aus Holz für den Postversand bauen lässt, Liebhaber bunter Gemälde und Graffitis.

Da in unserer Schülerfirma ökonomisches Denken als Kompetenz zur Selbstwirksamkeit besondere Bedeutung hat, kommen auch ökologische Gedanken automatisch dazu. Wer sich selbst die Lebensmittel im Discounter kaum leisten kann, muss in seinem unmittelbaren Nahraum nach Möglichkeiten einer stabilen Grundversorgung suchen. Ebenso ist es für Kinder mit Intelligenzminderung wichtig zulernende Dinge unmittelbar berühren zu können. Aus diesen Gründen versuchen wir unsere Aufträge im unmittelbaren Lebensumfeld der SchülerInnen zu suchen:
In einer Kleingartenanlage legen wir Hochbeete aus alten Paletten an, hier erwachsen aus Resten des Gartenjahres plötzlich hochwertige, teilweise exotische Pflanzen. Plötzlich müssen diese wertvollen Lebensmittel konserviert werden. Für diese aufwändigen Aufgaben werden die SchülerInnen bezahlt und gewinnen wertvolle, zusätzliche sensorische Erfahrungen, die sie in ein Umfeld mitnehmen können, in dem gesunde Ernährung kaum reflektiert wird. Hier entsteht aus Not ein besseres Verständnis und Aufmerksamkeit für Ressourcen.


Dokumente


Bilder

Bau von Hochbeeten aus alten Paletten

Möbel für die other music academy

Aufsteller für die Ehrenamtsagentur Weimar

Spendenboxen aus Holz, ideal für den Versand per Post


Adresse

Schülerfirma des J. Landenberger FÖZ
Johannes Landenberger Förderzentrum
Schubertstraße 1 B
99423 Weimar
Deutschland


Für die Richtigkeit und Aktualität der aufgeführten Inhalte wird keine Gewähr übernommen. Die Zusammenstellung der Informationen hegt darüber hinaus keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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