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Zero Waste Economy: Ist eine Welt ohne Müll möglich?

© Christian Wiediger - unsplash

Redaktion

Schon seit Jahren warnen Forscher vor dem Anstieg der weltweiten Müllmengen und den dadurch entstehenden Umweltschäden. Um die Vermüllung der Welt zu stoppen gerät das Modell der Circular Economy immer stärker in den Fokus. Die Idee: durch eine effiziente Wertschöpfungskette wird der Produktkreislauf geschlossen. Um das zu erreichen, verfolgt die Circular Economy verschiedene Ziele, u.a. eine „Zero Waste Economy“. Aber wie lässt sich Abfall im Alltag vermeiden? Durch verschiedene Maßnahmen wie Abfallsammlung, -sortierung und Wiederverwertung könnte die Müllproduktion langfristig reduziert und vielleicht sogar ganz gestoppt werden. Wir stellen euch Start-ups vor, die mit ihren Konzepten die Entstehung einer Zero Waste Economy voranbringen wollen.

 

1. Sammeln von Abfall

Eine wichtige Maßnahme zur Abfallvermeidung ist es, Abfallmaterialien in bestimmten Prozessen zu sammeln. Allerdings herrscht oft viel Unklarheit darüber, was recycelt werden kann und was nicht. Das StartGreen-Mitglied Terracycle setzt sich dafür ein, weltweite Lösungen für schwer recycelbare Abfälle, wie beispielsweise Kaffeekapseln, zu finden. Im Interview mit Terracycle erfahrt ihr alles über die Geschäftsidee des Start-ups.

Auch das Start-up binee leistet einen Beitrag zur Abfallvermeidung und spezialisiert sich hierbei auf die Rücknahme von Elektrogeräten. In Elektrogeräten sind viele toxische Substanzen enthalten, die die Umwelt schädigen können. Das Start-up will Verbraucher dazu motivieren, ihre alten und kaputten Geräte in einer sogenannte binee Box zu entsorgen. Die dort gesammelten Geräte sollen anschließend recycelt werden. Durch ein sogenanntes werbefinanziertes Recycling sollen die Verbrauchern dazu motiviert werden, ihre Elektrogeräte abzugeben.

 

2. Sortierung von Abfall

Die Sortierung und Trennung von schwer recycelbaren Materialien gestaltet sich oft als schwierig. Deshalb hat das junge Unternehmen Polysecure, Sieger des StartGreen Awards 2017, eine Sortiertechnologie entwickelt: das Tracer Based Sorting (TBS). Dieses Verfahren macht Abfallkunststoffe, die bisher nicht oder nur schwer getrennt werden konnten, besser sortierbar. Durch die TBS-Technologie werden den verschiedenen Kunststoffen bereits bei der Herstellung fluoreszierende Markerpartikel (Tracer) zugemischt. Durch das Laserlicht der Sortiermaschine werden die Tracer von Kameras erkannt. Der markierte Kunststoff kann separiert werden. Um verschiedene Kunststoffarten zu trennen, werden unterschiedliche Tracer eingesetzt. Durch das TBS-Verfahren können 20% der Kunststoffverpackungen besser sortiert und recycelt werden. Im Interview berichtet Polysecure, welchen Beitrag das TBS-System für den Klimaschutz leistet.

 

3. Wiederverwertung von Abfall

Bei der Abfallverwertung sollen die im Abfall enthaltenden Materialien wiederverwendet werden. Dies kann beispielsweise durch Recycling, Reparatur oder Wiederaufarbeitung geschehen.

Das junge Unternehmen Chicobag entwickelt wiederverwendbare Einkaufstaschen aus recycelten PET-Flaschen. Dadurch sollen Einweg-Plastiktüten zukünftig überflüssig werden und Plastikflaschen wiederverwendet werden.

Das StartGreen-Mitglied Kaputt.de möchte die hohen Mengen an Elektroschrott reduzieren. Zu oft werden vermeidlich defekte Elektrogeräte entsorgt, obwohl diese noch funktionsfähig sind. Dafür möchten Kaputt.de Verbraucher zur Reparatur ihrer Geräte motivieren. Kaputt.de bietet einen schnellen und serviceorientierten Vergleich von verschiedenen Reparaturdienstleistern an. Kunden können zwischen Anleitungsvideos zur Selbstreparatur, Buchung lokaler Reparaturservice-Dienstleister oder Reparaturalternativen wie z.B. einem Defektverkauf wählen. Durch dieses Serviceangebot möchte Kaputt.de den Lebenszyklus von Elektronikgeräten verlängern und somit Ressourcen einsparen.

Auch Lebensmittel werden häufig voreilig weggeschmissen. Das finnische Start-up ResQ hat eine Plattform entwickelt, die überschüssige Speisen in der Gastronomie Endkunden zu stark reduzierten Preisen zugänglich macht. Somit hilft ResQ aktiv mit, die Mengen an entsorgten Lebensmitteln zu reduzieren.

 

Fazit:

Alle die von uns hier vorgestellten Konzepte leisten wichtige Beiträge auf dem Weg in eine Zukunft ohne Müll. Eine besondere Herausforderung liegt allerdings noch darin, Politik, Unternehmen und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass im Bereich der Abfallvermeidung noch mehr getan werden muss.  Im April diesen Jahres wurde zwar das Kreislaufwirtschaftspaket von der EU verabschiedet, allerdings kann sich der SalesCycle, also der Gesamtprozess des Verkaufens, von Kundensuche bis hin zur Umsatzgenerierung, als sehr komplex und lang erweisen. Auch hier sind Ausdauer und Willensstärke bei Gründerinnen und Gründern erforderlich.


1 Kommentar

StartGreen Magazin Bioökonomie Innovation Kreislaufwirtschaft Personen Politik Regionen/Städte


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  • 8Venture am 14. August 2018 10:34 Uhr

    In die Aufzählung passt auch das Unternehmen Biofabrik, die aus Plastikmüll mit kleinen kompakten Anlagen wieder Treibstoff herstellen. Siehe BIOFABRIK in Start Green

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