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Wie kommunizieren Start-ups?

© Grüne Welle Kommunikation

Redaktion

Bereits zum zweiten Mal veröffentlich die Grüne Welle Kommunikation die Umfrage zur Bedeutung professioneller Produkt- und Unternehmenskommunikation für Start-ups der Green Economy, die bereits in 2017 unter ca. 400 deutschen Gründenden grüner Start-ups durchgeführt wurde. Die Datenerhebung für die Umfrage im Frühjahr 2020 fand noch im Vorfeld der Corona-Krise statt, die entscheidende Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten und die zur Verfügung stehenden Budgets haben dürfte.

Rund 21 % aller Start-ups können laut der Studie Green Startup Monitor 2020 des Borderstep Instituts als grün eingestuft werden, weil sie mit ihren Produkten, Technologien und Dienstleistungen einen Beitrag zu den ökologischen Zielen einer Green Economy leisten. Nach aktuellen Berechnungen entspricht das rund 6.100 grünen Start-ups in Deutschland.

Die professionelle Produkt- und Unternehmenskommunikation hat bei Start-ups der Green Economy an Bedeutung eingebüßt: Der in den Ergebnissen der Studie 2020 ablesbare Trend zeigt in Richtung einer abnehmenden Priorität von professioneller Kommunikation bei grünen Gründerinnen und Gründern.

Attestierten 2017 noch drei Viertel der Befragten professioneller Kommunikation eine hohe Bedeutung, sind es jetzt nur noch zwei Drittel. Fast ein Zehntel (9 %) der befragten grünen Start-ups gaben sogar an, dass Kommunikation für ihr Unternehmen nur einen geringen Stellenwert habe (2017: 4 %). Auch im Businessplan spielt die professionelle Kommunikation nur noch bei etwas mehr als der Hälfte der Befragten (52 %) eine wichtige Rolle. 2017 lag dieser Wert noch bei 66 %. Für 12 % ist Kommunikation eher ein Thema, mit dem man sich erst bei Bedarf beschäftigen sollte (2017: 9 %).

Die größten Hindernisse für die professionelle Kommunikation sind für grüne Start-ups mit Abstand die Aspekte „Mangelnde finanzielle Ressourcen“ (72 %) und/oder der „hohe interne Zeitaufwand“ (60 %). Denn obwohl der Prozentsatz der Gründenden aus der Green Economy, die sich selbst um die Kommunikation kümmern, von 66 % 2017 auf 70 % in 2020 gestiegen ist, ist die Zahl derer, die ihre Kommunikation inhouse machen, von 63 % in 2017 auf 55 % in 2020 gesunken. Das deutet auf eine Professionalisierung und steigende Nachfrage nach Unterstützung durch externe Kommunikationsdienstleister hin.

Ein Drittel der Start-ups nutzen auch schon externe Dienstleister, 12 % haben dies mittelfristig vor. Sie werden vor allem in Bereichen beschäftigt, wo das interne (meist technische) Know-how fehlt, z.B. beim Webauftritt (51 %, 2017: 33 %)), für SEO- und Suchmaschinenmarketing (32 %, 2017: 8 %) und für Messeauftritte (32 %, 2017: 6 %).

 

 

Gleichzeitig wurde eine hohe Affinität zu digitalen Kommunikationskanälen deutlich: 98 % der Befragten nennen den eigenen Webauftritt als bedeutendstes Instrument, 93% nutzen Social Media Plattformen (Facebook, Twitter, XING, LinkedIn etc.) in ihrer professionellen Kommunikation (2017: 87 %). Trotz steigender Dominanz der digitalen Plattformen für die Kommunikation grüner Start-ups in den letzten drei Jahren kann sich die klassische Pressearbeit weiterhin als ein zentrales Instrument beweisen. 85 % der Befragten haben sie schon in unterschiedlicher Häufigkeit eingesetzt (2017: 90 %).

 

 

Den höchsten Stellenwert bei der Kommunikation hat mit 88 % (2017: 82 %) die Zielsetzung, Kunden/Interessenten/Partner zu gewinnen bzw. zu halten. Dabei stehen Merkmale, Qualität und USPs des eigenen Produkt(portfolio)s bzw. der eigenen Dienstleistung im Mittelpunkt. Bereits an zweiter Stelle folgen mit 72 % (2017: 68 %) explizit ökologische Aspekte wie Umweltschutz / Nachhaltigkeit / Energieeffizienz / Klimawandel. Damit ist die Vermittlung ökologischer Themen und Inhalte für fast drei Viertel der Start-ups der Green Economy von großer Bedeutung, 4 Prozentpunkte mehr als 2017. Grüne Start-ups heben sich weniger in der Auswahl der Instrumente als vor allem inhaltlich in Ihrer Kommunikation von anderen Gründenden ab: Sie sprechen ökologische Aspekte explizit an und verknüpfen diese mit ihrem Angebot als Lösungsanbieter.

Grüne Start-ups haben als wichtige Treiber von Innovation eine gesellschaftliche und ökologische Zielsetzung und verfolgen bei der Vermittlung grüner Themen immer auch einen generischen „Erziehungsauftrag“ – man will ein Umdenken und Verhaltensänderung bei den Zielgruppen bewirken. Der Kommunikation von Start-ups wird oft zu Recht nachgesagt, mit viel Improvisation und Herzblut, aber wenig Professionalität umgesetzt zu sein. Externe PR-Fachleute helfen, Themen und Kernbotschaften des Start-ups in glaubwürdige Botschaften zu transferieren und dieses über ihr Netzwerk und die Medien zu kommunizieren.

Die komplette Studie und mehr Informationen zu „Grüne Welle Kommunikation“ gibt es unter: www.gruenewellepr.de

 


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