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Smart Cloud Farming – Mehr Ernte mit digitalen Techniken

© Smart Cloud Farming

Redaktion

In aller Kürze: Was ist eure Unternehmensidee?
Wir entwickeln ein Werkzeug für Landwirte zur Charakterisierung von Ackerböden anhand von Drohnen- und Satellitenbildern. Die so entstehenden digitalen Bodenkarten werden in unserer cloud-basierten künstlichen Intelligenz (K.I.) mit Feldfrucht- und Klimadaten kombiniert. Daraus abgeleitete landwirtschaftliche Handlungsempfehlungen garantieren langfristig gesunde Ackerböden und nachhaltig hohe Ernteerträge. Weil der Boden im Fokus steht, haben wir unser Produkt „SoilEye“ genannt.

Welche Mission verfolgt ihr? Auf welche Weise leistet ihr einen positiven Beitrag für die Umwelt oder Gesellschaft?
Zum einen ist es unsere Mission, dass unser Produkt einen möglichst großen positiven Einfluss auf die Menschen weltweit hat. Dabei legen wir nicht nur auf die ökonomische, sondern eben auch auf die ökologische und soziale Nachhaltigkeit wert. Um es konkret an unserem Produkt zu erläutern: Wir verlieren weltweit jedes Jahr gesunden Ackerboden der Fläche der Slowakei! Die Einbindung unserer drohnen- und satellitengestützten Bodenanalysen in ganzheitliche Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft ermöglichen das Aufzeigen nachhaltiger Bodenbewirtschaftungspraktiken. Damit werden Bodenerosion und der Humusabbau gestoppt, der Kohlenstoff als CO2 freisetzt. Wir sprechen hier von 170-320 Gt Kohlenstoff aus intakter Vegetation und Boden, die als CO2 zu einer Erwärmung des Weltklimas um 1,5 °C bis 2 °C beitragen!
Zum anderen ist uns die Entwicklung eines High-Tech-Produkts im Zuge der Digitalisierung ein Anliegen. In Deutschland und Europa liegt ein riesiger Schatz an Know-how aus der Grundlagenforschung vor. An der Übersetzung dieses Wissens in industrielle Anwendungen für die Menschen und unseren gesamten Planeten mangelt es hingegen.

Wie kam euch die Idee zur Gründung?
Die Idee für die Gründung kam mit der Frage: Können wir Nachhaltigkeit programmieren?
Die Landwirtschaft und dort vor allem der Boden spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle. Denn nicht nur die schon erwähnte Bodenerosion ist schädlich für das Klima. Auch die Überdüngung des Bodens als Folge ungenauer Bodenanalysen führen zu Treibhausgasemissionen in Form von Lachgas, das das Klima etwa 300 Mal stärker erwärmt als CO2. Durch ihre Grundsätzlichkeit in der Ernährungssicherung hat die Landwirtschaft außerdem den größten Stellenwert in der sozialen Nachhaltigkeit. Deshalb steht der Boden als Ursprung der Feldfrüchte und damit unserer Nahrung im Mittelpunkt.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?
Unser Geschäftsmodell sieht die Bereitstellung von SoilEye für Landwirte als Software as a Service vor. Landwirte bezahlen für den Zugang zu SoilEye eine Jahresgebühr von 90 €/ha und können die Software dann nach Belieben nutzen.

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?
SoilEye konkurriert zum einen mit den etablierten labortechnischen Untersuchungen, die Landwirte für ihren Boden durchführen lassen. Die dafür notwendigen Bodenprobenentnahmen sind sehr arbeitsaufwändig. Außerdem kosten die Laboranalysen viel Geld und benötigen mehrere Wochen Zeit. Am Ende bekommt der Landwirt zudem Durchschnittswerte seines Bodens für einen gesamten Hektar. Dadurch geht viel Information verloren. Im Vergleich dazu ist SoilEye

  • einfach – es bedarf keiner Bodenprobenentnahmen mehr
  • schnell – die Ergebnisse liegen in 1-3 Tagen vor
  • zudem liegen die Ergebnisse mit einer 2D-Auflösung von 10 m bis 30 cm vor - anstatt mit einer Auflösung von einem Hektar.

Gegenüber alternativen SmartFarming-Lösungen bezieht nur SoilEye hochaufgelöste digitale Bodenkarten in seine Handlungsempfehlungen mit ein.  

Gibt es bestimmte Herausforderungen speziell in eurer Branche?
Eine besondere Herausforderung sind die unterschiedlichen Wünsche und Vorstellungen für das sehr heterogene Kundensegment des Landwirts. Wir kooperieren deshalb mit dem Deutschen Bauernverband und dem Landesbauernverband Brandenburg, mit dem wir gemeinsam eine Absichtserklärung unterzeichnet haben. So bleiben wir auf dem Laufenden darüber, was die Landwirte brauchen.

Wie sieht eure langfristige Vision aus?
Unsere cloud-basierte K.I. soll langfristig Grundlage eines weltweiten Erfahrungsaustausches zwischen Landwirten sein. Somit tragen wir zur weltweiten ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit bei.

Und zu guter Letzt: Warum wollt ihr den StartGreen Award 2018 gewinnen?  
Wir wollen den StartGreen Award 2018 zwar auch gewinnen, um Aufmerksamkeit für unser Start-up zu erzeugen. Vor allem aber soll die Problematik, die wir lösen wollen, und damit die gesamte Nachhaltigkeitsproblematik der Landwirtschaft, im Mittelpunkt stehen.
Außerdem wollen wir als Gewinner des StartGreen Award 2018 Vorbilder für digitale High-Tech-Entwicklungen sein.


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