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Sieger Öko-E im Interview

© Rolf Schulten - Borderstep

Redaktion

Die Schülergenossenschaft Öko-E an der Gesamtschule Windeck (Windeck-Roßbach, NRW) ist auf drei Geschäftsfeldern aktiv. Neben dem Verkauf von Ökostrom sowie der Pflege von Streuobstwiesen ist Öko-E auch auf dem Gebiet des sanften Tourismus tätig. Über die Internetplattform www.eco-ferien.de bietet die Schülergenossenschaft Übernachtungsmöglichkeiten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien an. Hier finden sich ausschließlich Anbieter mit Nachhaltigkeitsengagement, so dass sich umweltbewusste Urlauber mit ruhigem Umweltgewissen erholen können. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist allen drei Geschäftsfeldern gemein.

Ihr habt im StartGreen@School Award 2017 den 1. Platz erreicht, herzlichen Glückwunsch. Was bedeutet dieser Preis für eure Arbeit?

Vor allem bedeutet dieser Preis für uns, dass unsere Schülergenossenschaft Öko-E in mehreren Zeitungsartikeln erwähnt wurde und deshalb kennen uns jetzt mehr Leute. Das Preisgeld können wir gut gebrauchen, um einen Fair-Trade-Kiosk und ein Fair-Trade-Schülercafé an unserer Schule einzurichten. Ohne diese Investitionsmöglichkeit hätten wir diese Gelegenheit nicht.

Wie kam euch die Idee zu eurem Vorhaben?

Das war eigentlich unser Lehrer, der uns zu einem Gründungsworkshop für eine Schülergenossenschaft einlud. Auf diesem Workshop haben wir viele Geschäftsideen gesammelt und überlegt, welche für uns durchführbar waren – immerhin waren wir damals erst in Klasse 5! Durchführbar waren zunächst zwei Geschäftsfelder, mit denen wir dann in die Gründung gegangen sind: Äpfel von Streuobstwiesen aufsammeln und keltern lassen und Öko-Strom der Bürgerwerke eG vermitteln. Das Internetportal www.eco-ferien.de kam erst kurz vor Abschluss der Gründungsvorbereitungen hinzu, weil ein Berufsschullehrer aus Niedersachsen die Schule wechselte und niemand diese Schülerfirma dort weiterführen wollte. Wir haben uns dann darum beworben, diese Seite weiterhin zu betreuen und erhielten den Zuschlag.

Wer unterstützt euch dabei?

Wir haben zwei Patengenossenschaften: Die Rosbacher Raiffeisenbank eG und die Energiegenossenschaft Maxwäll eG aus dem Westerwald. Außerdem konnten wir über den Senior-Expertenservice aus Bonn zwei „Unruheständler“ gewinnen, die uns z. B. beim Aufbau unserer Internetseiten und in der Öffentlichkeitsarbeit das nötige Grundwissen vermitteln.

Welche Herausforderungen seht ihr an eurem Beispiel für grüne Schülerfirmen in Deutschland?

Die Erwachsenen trauen uns noch nicht zu, dass wir Gutes für die Umwelt tun können. Grundsätzlich sollten junge Menschen mehr beachtet werden und in ihren Zielen besser unterstützt werden.

Was leistet euer Projekt für den Klimaschutz? Wie trägt es zum Wandel in der Gesellschaft bei?

Viel. Wir werben für den Kauf von Produkten aus der Region, um unnötige Transportwege zu vermeiden. Durch die Pflege von Streuobstwiesen und die Anpflanzung alter Apfelsorten tragen wir zum Erhalt alter Kulturlandschaften bei. Außerdem bringen wir Menschen auf die Idee, dass Urlaub nicht immer nur in Spanien oder ähnlich weit weg stattfinden muss. Wir sind gerade dabei, nachhaltige Übernachtungsangebote in unserer Region für unsere eco-ferien zu gewinnen. Damit nehmen wir an der touristischen Entwicklung in unserer Region teil, die mit dem Siegtalradweg, dem Siegsteig und dem Westerwaldsteig tolle Rad- und Wanderwege zu bieten hat. Und außerdem leisten wir mit jedem neu gewonnenen Kunden für die Bürgerwerke einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, denn deren Strom ist zertifiziert zu 100% aus erneuerbaren Quellen.

Was ist dabei euer Alleinstellungsmerkmal?

Wir betreiben Umweltschutz, Regionalentwicklung und Schulentwicklung gleichzeitig. Wir tun Gutes für die Umwelt und verdienen dabei lernend Geld. Dafür, dass wir noch so jung sind, haben wir schon sehr viele Kontakte zu großen Firmen!

Wie wird die Arbeit eurer Schülerfirma von eurer Schulgemeinschaft wahrgenommen?

Alle finden es gut, dass wir so viel Engagement zeigen. Unser Apfelsaft wird gut verkauft, weil der lecker ist. Wir haben mehr Bewerbungen von unseren Mitschülern als wir Stellenangebote ausschreiben können. Auch die Eltern unserer Mitschüler finden unser Projekt toll.

Welchen Tipp habt ihr für Schülerinnen und Schüler, die eine grüne Schülerfirma gründen wollen?

Fangt einfach mal an, Ideen für den Schutz der Umwelt zu sammeln. Die Geschäftsideen kommen dann von alleine. Außerdem könnten unsere Geschäftsfelder in anderen Regionen auch funktionieren. Partner suchen und los!


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