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Reparando im Interview

© Reparando

Redaktion

Reparando: Smartphone-Reparaturen als mobilen Service

 

Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Projekt?

Vor der Gründung haben wir zahlreiche Ideen entwickelt. Es wurde uns immer klarer, dass wir gerne etwas ökologisch Nachhaltiges aufbauen möchten, was zugleich auch genug Menschen betrifft, dass man wirklich etwas verändern kann. Bei der Idee Smartphone-Reparaturen als mobilen Service anzubieten kam noch hinzu, dass hier die Online-Nachfrage sehr groß war. Das ermöglichte uns, vollständig auf digitales Marketing zu setzen. So konnten wir auf Printmedien und die damit einhergehenden negativen Konsequenzen für die Umwelt nahezu vollständig verzichten kann. All das waren Punkte, die dazu geführten haben, dass wir uns dazu entschieden haben, Reparando zu gründen.
 

Wer hat Sie dabei unterstützt?

Bereits zur Gründung haben uns die beiden Business Angels Peter Ambrozy und Feliks Eyser unterstützt. Peter Ambrozy hat u.a. maedchenflohmarkt.de gegründet und uns weiter darin bestärkt, dass es sich lohnt, ein ökologisch nachhaltiges Unternehmenskonzept zu verfolgen. Zudem haben uns viele Freunde aus dem persönlichen Umfeld unterstützt, was uns den Start sehr erleichtert hat.
 

Welche Geldquellen haben Sie gesucht? Wie konnten Sie Investoren überzeugen?

Wir haben das Unternehmen zur Gründung zusammen mit den beiden Business Angels selbst finanziert. Es war uns sehr wichtig, zunächst unter Beweis zu stellen, dass unser Geschäftsmodell wirklich funktioniert. Ende 2015 kamen dann die ersten externen Investoren dazu – überwiegend Business Angels, die teilweise bereits in Green Tech Unternehmen investiert haben. Ein wesentliches Entscheidungskriterium der Investoren war, dass es einen großen Trend hin zum Reparieren lassen gibt. Die Konsumenten haben keine Lust mehr, sich ständig neue elektronische Geräte zu kaufen, sondern sehen den Sinn einer Reparatur – auch aus ökologischen Gesichtspunkten. Diesen Trend halten unsere Investoren wie auch wir für sehr vielversprechend.
 

Welche Herausforderungen sehen Sie an Ihrem Beispiel für grünes Gründen in Deutschland?

Eine wesentliche Herausforderung ist es, den Konsumenten zu kommunizieren, dass es Sinn macht auch ökologische Aspekte in die Kaufentscheidung einzubeziehen. Hier wäre eine entsprechende deutschlandweite Nachhaltigkeitszertifizierung für Start-ups wünschenswert. So könnten Konsumenten schneller erkennen, ob sich das entsprechende Unternehmen für einen ökologisch-nachhaltigen Unternehmensaufbau einsetzt.
 

Was leistet Ihr Projekt für den Klimaschutz? Wie trägt es zum Wandel in der Gesellschaft bei?

Die steigende Smartphone-Dichte und die damit verbundene steigende Nachfrage nach entsprechenden Reparaturen hat unser Geschäftsmodell geformt – eine kosten- und ökoeffiziente, bequeme Reparaturlösung von Smartphones. Wir benötigen keine aufwändige Infrastruktur, um unseren Service anzubieten, da all unsere Reparaturen mobil stattfinden. Unsere Techniker fahren mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zum Kunden. Das mobile Reparaturkonzept bietet zudem eine höchstmögliche Flexibilität bei der Bearbeitung von Aufträgen. So können Kunden ihren gewohnten Aufgaben nachgehen, während ihr Smartphone im direkten Beisein des Kunden repariert wird.

Mit unserem Geschäftsmodell möchten wir eine Wahrnehmung dafür schaffen, dass die meisten Schäden von Mobilfunkgeräten reparabel sind und nicht zwingend durch die Smartphone-Provider oder Hersteller ausgetauscht werden müssen. Damit leisten wir einen relevanten Beitrag zur Reduktion des globalen Elektroschrotts.
 

Welches Geschäftsmodell steckt hinter Ihrem Vorhaben?

Unser Unternehmen verdient an der Reparatur, die durch den Kunden bezahlt wird. Dieser Betrag ist ein Fixpreis, der alle Kosten enthält. D.h. das Material, die Anfahrt und die Arbeitszeit sind bereits im Preis inbegriffen.
 

Was ist dabei Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Wir sind das einzige Unternehmen in Deutschland, das flächendeckend einen mobilen Smartphone-Reparaturservice anbietet. Unsere Techniker kommen zum Kunden nach Hause oder ins Büro und reparieren die Geräte dort. So muss der Kunde nicht länger als 30 Minuten auf sein Handy verzichten, hat keinerlei Aufwand mit der Reparatur und genießt den höchstmöglichen Datenschutz – gerade bei einem Smartphone ein sehr wichtiges Thema.
 

Welchen Tipp haben Sie für Gründerinnen und Gründer in der Green Economy?

Das Entscheidende ist immer, überhaupt anzufangen. Man sollte sich nicht davon abbringen lassen, auch die ökologische Nachhaltigkeit als relevanten Teil eines Geschäftsmodells zu sehen, auch wenn das von manchen Seiten sicherlich auch mal in Frage gestellt wird. Auch die Unterstützung von erfahrenen Business Angels ist sicherlich ein Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist.
 

Warum wollen Sie den StartGreen Award 2016 gewinnen?

Weil wir davon überzeugt sind, einen relevanten Beitrag zur Verringerung des Elektroschrotts und damit zu einer grüneren Erde beizutragen. Wir haben bereits im ersten Jahr mehrere tausend Smartphones repariert und haben uns bewusst eine Branche rausgesucht, in der wir wirklich grundlegend etwas verändern können. Unserer Meinung nach gehört dem mobilen und damit ökoeffizienten Smartphone-Reparaturservice die Zukunft. Daher freuen wir uns über jede Unterstützung auf unserem ambitionierten Weg!


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