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PYDRO: Energieautarke Technologie für die Wasserwirtschaft

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Redaktion

In aller Kürze: Was ist eure Unternehmensidee?

PYDRO entwickelt Sensoren und Ventile für die intelligente Wasserinfrastruktur. Das Besondere daran ist, dass diese sich selbst mit Strom versorgen können.

Welche Mission verfolgt ihr? Auf welche Weise leistet ihr einen positiven Beitrag für die Umwelt oder Gesellschaft?

Wasserverluste und Rohrbrüche in Trinkwassernetzen stellen eines der wesentlichsten Probleme bei der Sicherstellung einer permanenten Versorgung dar. Studien zufolge gehen weltweit im Durchschnitt 30% des, unter hohem Energie- und Kostenaufwand aufbereiteten, Wassers durch Leckagen verloren. Vor dem Hintergrund drohender Wasserknappheit durch den Klimawandel verfolgen wir bei PYDRO das Ziel, den Versorgungsunternehmen dabei zu helfen, ihre Wasserverluste zu minimieren.

Smart Water Networks, also intelligente Wassernetze, bietet Wasserversorgern die Chance ihre Wasserinfrastruktur effizient zu betreiben und Kosten einzusparen. Bisher ist die Stromversorgung der Systeme ein Hindernis für den flächendeckenden Einsatz neuer Technologien. Rohre sind unter Straßen und Bürgersteigen vergraben und so nur schwierig und teuer zu erreichen.

Unser Ziel ist es eine unabhängige, zuverlässige und wirtschaftliche Energiequelle für die Sensorik und Steuerung in Wassernetzwerken zu ermöglichen. Mit den von uns entwickelten energieautarken Systemen, die aus dem Durchfluss in Wasserrohrleitungen ihren eigenen Strom erzeugen, bieten wir eine Lösung zur Energieeinsparung und Wasserverlustminimierung in der Wasserwirtschaft.

Wie kam euch die Idee zur Gründung?

Unser Ideengeber und Gründer Mulundu hat sich sehr früh mit dem Thema Wasser beschäftigt und sich die Frage gestellt, wie unser Trinkwasser transportiert wird. 

Von der Quelle bis hin zu unserem Wasserhahn ist zum einen sehr viel Energie erforderlich, die in der Praxis durch Pumpen aufgebracht und im Rohrnetz teilweise wieder ungenutzt abgebaut wird. Zum anderen gibt es auf dem Weg auch große Wasserverluste durch kleine Risse und große Leckagen. Aus seiner Neugier für das Thema und weil er zur Lösung der Probleme der Wasserwirtschaft beitragen wollte, ist 2012 während seines Maschinenbaustudiums die Idee zur Gründung entstanden.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Neben dem Verkauf der energieautarken Mess- und Regelungssysteme wird PYDRO Einnahmen durch ein Sensing-as-a-Service (SaaS) und ein Druckmanagement-Modell erwirtschaften. Der Kunde bezahlt dabei pro Sensor bzw. Ventil und pro Monat einen Tarif für die gesammelten Sensor- und Druckmanagementdaten sowie für den Zugang zur Softwareplattform.

Ergänzend werden wir Erlöse durch Wartungsverträge und weitere Serviceleistungen generieren. Durch unser Geschäftsmodell wollen wir auch die Versorgungsunternehmen erreichen und bei der Minimierung von Wasserverlusten helfen, die bisher wegen der hohen Anfangskosten vor der Implementierung neuer Technologien zurückgescheut sind.

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Wir entwickeln als bisher einziges Unternehmen ein Komplettsystem aus energieautarken Sensoren und Ventilen sowie die dazugehörige cloudbasierte Softwarelösung. Die Softwarelösung steuert intelligente Druckregulierung und ermöglicht gezielte Rohrbruch-Prävention. Damit bieten wir eine standortunabhängige Möglichkeit zur Minimierung von Wasserverlusten und Rohrbrüchen.

Gibt es bestimmte Herausforderungen speziell in eurer Branche?

Wasserversorger sind täglich dem Druck durch Urbanisierung, Wasserknappheit, steigenden Energiepreisen und alternden Wasserversorgungsnetzen ausgesetzt. Die Wasserwirtschaft ist stark reguliert. Momentan erleben wir eine Branche, die einen Wandel durchläuft und offen für neue Technologien ist. Wir sind ein Hardware-Start-up in der Wasserbranche. Unsere Herausforderung ist,  eine ausreichende Finanzierung zu erhalten, um uns auf diesen wachsenden Markt und das Produkt fokussieren zu können.

Wie lange reicht die Finanzierung? Welche Meilensteine können wir mit dem uns zur Verfügung stehenden Mitteln erreichen? Und welche Entwicklung müssen wir vorzeigen können, um eine Folgeinvestition zu bekommen? Die Balance zwischen diesen Fragen, dem Innovationsprozess und dem Kontakt zu den Kundinnen und Kunden zu finden ist eine weitere Herausforderung.

Wie sieht eure langfristige Vision aus?

Unsere Vision ist es, mit unseren Produkten und unserem Engagement dabei zu helfen, eine nachhaltige Wasserversorgung zu ermöglichen. Dazu wollen wir uns als Clean Tech Unternehmen etablieren, das innovative und intelligente Produkte entwickelt, die wegweisend für eine vernetzte und smarte Wasserindustrie sind.

Und zu guter Letzt: Warum wollt ihr den StartGreen Award 2019 gewinnen? 

Wir wollen den StartGreen Award 2019 gewinnen, weil wir mit unserem Projekt in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür schaffen wollen, welchen Weg unser Trinkwasser eigentlich täglich gehen muss. Zudem wollen wir mit unserem Unternehmen jungen umweltbewussten Gründerinnen und Gründern an unserem Beispiel zeigen, dass man auch mit einem ambitionierten Vorhaben herausragende Erfolge erzielen und so zum Umweltschutz beitragen kann. Dabei kommt es nicht unbedingt auf jahrzehntelange Erfahrungen an – sondern auf Gründergeist und Durchhaltevermögen. Beides haben wir!

 

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