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Picum MT im Interview

© Picum

Redaktion

 

Picum MT: Kosten- und Energieeffizienz durch „Maschine zu Bauteil“

 

Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Projekt?

Herr Brouwer hat am IFW der Uni Hannover zahlreiche Maschinen konstruiert. Dabei wurde deutlich, welche Nachteile große Werkzeugmaschinen haben. Aufbauend auf seiner Arbeit und einigen Vorgängerprojekten hat er sich überlegt, wie eine effektive Lösung aussieht. Gemeinsam mit Herrn Krawczyk haben sie dann potenzielle Kunden befragt und so die Idee immer weiter ausgearbeitet. Nun arbeitet das Team mit Herr Niederwestberg und Herr Wilken an einem Prototyp.

 

Wer hat Sie dabei unterstützt?

Wir Gründer werden sehr durch Prof. Denkena, das IFW der Leibniz Universität Hannover und Hannover Impuls unterstützt. Prof. Denkena hat uns immer sehr gut beraten und uns geholfen, wenn es um die Konstruktion oder das Geschäftsmodell ging. Außerdem haben wir am PZH der Uni Hannover sehr unkompliziert Räume zur Verfügung gestellt bekommen. Hannover Impuls half uns sehr mit ihrem Netzwerk und dem Wettbewerb Startup Impuls. Hier haben wir die Idee das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Außerdem konnten wir durch das Preisgeld unsere erste Maschine bauen.

 

Welche Geldquellen haben Sie gesucht? Wie konnten Sie Investoren überzeugen?

Wir werden bisher durch das Instrument EXIST-Forschungstransfer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Hier können wir einen ersten Prototyp bauen und das Geschäftsmodell entwickeln. Außerdem werden wir durch Coaching und Beratung sehr gut auf die kommenden Aufgaben vorbereitet.

Wir möchten innerhalb der EXIST-Laufzeit eine GmbH gründen und weiteres Kapital einwerben. Dazu werden wir sowohl Business Angels, VCs als auch öffentliche Instrumente ansprechen. Neben der guten Idee können wir immer durch die Zusammensetzung des Teams überzeugen. Wir haben Expertise für die Entwicklung der Hard- und der Software genauso wie für Betriebswirtschaft.

 

Welche Herausforderungen sehen Sie an Ihrem Beispiel für grünes Gründen in Deutschland?

In Deutschland haben wir schon gute Voraussetzung, um ein Unternehmen zu gründen. In unserem Fall müssen wir Kunden-Unternehmen von den Vorteilen neuer Technologie überzeugen. Hier ist fast mehr Arbeit notwendig als für die eigentliche Entwicklung. Neue Ansätze werden nicht einfach ausprobiert, man ist zunächst sehr skeptisch. Wir haben auf der anderen Seite aber auch Unternehmen getroffen, die klare Anforderungen stellen und die Umsetzbarkeit uns überlassen. Damit können wir sehr gut arbeiten, diese potenzielle Kunden helfen uns sehr, um einen schnellen Markteintritt zu erreichen.

 

Was leistet Ihr Projekt für den Klimaschutz? Wie trägt es zum Wandel in der Gesellschaft bei?

Der Energieverbrauch einer Maschine ist vom Gewicht der bewegten Teile abhängig. Unsere Maschine hat ein Gewicht von etwa 80 kg anstatt wie heute üblich mehreren Tonnen. Dadurch wird der Energieverbrauch im Herstellprozess deutlich verringert. Neben dieser direkten Effizienzsteigerung können Kunden weitere Einsparungen durch die Vor-Ort-Bearbeitung von schweren Bauteilen realisieren. Schließlich werden Transportwege verkürzt bzw. erleichtert.

Zukünftig werden unserer Maschine weitere Branchen und Anwendungen erschließen. So ermöglich wir die automatische Inspektion bzw. Reparatur von Windkraftanlagen oder die Erzeugung von bionischen Strukturen auf Schiffen. Durch diese Möglichkeiten können wir einen großen Beitrag zum effizienten Umgang mit Ressourcen leisten.

 

Welches Geschäftsmodell steckt hinter Ihrem Vorhaben?

Wir werden unsere mobilen Maschinen hauptsächlich verkaufen. Die einzelnen Maschinen sind dabei modular aufgebaut und können einfach an die Bedürfnisse angepasst werden. Neben dem Verkauf bieten wir unseren Kunden auch Maschinen zum Mieten an. Dadurch können unsere Kunden „atmen“. Wenn Auftragsspitzen vorliegen, können diese einfach durch zusätzliche Maschinen abgefedert werden. Bei großen Maschinen ist das nicht möglich. Schließlich benötigt man heute mehrere Monate, um so eine Maschine aufzubauen.

 

Was ist dabei Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Anstatt große und schwere Bauteile zur Maschine zu transportieren, realisieren wir eine Maschine, die nach dem Prinzip „Maschine zum Bauteil“ arbeitet. Kunden werden durch dieses Prinzip flexibel Bauteile unabhängig von der Größe wirtschaftlicher, energieeffizienter bearbeiten und bis zu 50% der Betriebs- und Investitionskosten einsparen

 

Welchen Tipp haben Sie für Gründerinnen und Gründer in der Green Economy?

Konzentriert euch auf eure Kernkompetenzen und betrachtet eure Idee immer wieder mit der notwendigen Objektivität. Nur so findet ihr Schwachstellen, die es dann einfach zu beseitigen gilt.

 

Warum wollen Sie den StartGreen Award 2016 gewinnen?

Wir möchten den Award gewinnen, da unsere Maschine einen großen Beitrag zur Einsparung von Energie in der Industrie leistet.

Zum anderen möchten wir für viele Ingenieure ein Vorbild sein und zeigen, dass durch Mut, Entschlossenheit und Kreativität noch heute Unternehmen in so wichtigen Branchen wie dem Maschinenbau erfolgreich gegründet werden können.


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