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Nachhaltigkeit geht durch den Magen

© Jamie Street - unsplash

Redaktion

Vom 18. bis zum 27. Januar findet in Berlin mit der Internationalen Grünen Woche einmal mehr die weltweit wichtigste Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau statt. Seit mehreren Jahren findet in diesem Zeitraum unter dem Titel „Wir haben es satt!“ eine große zivilgesellschaftliche Demonstration statt – in diesem Jahr am 19. Januar. Viele Demonstrantinnen und Demonstranten kritisieren, dass die industrielle Landwirtschaft nicht nachhaltig ist, da sie dem Klima und der biologischen Vielfalt schadet, nicht artgerecht ist und kleinbäuerliche Strukturen zerstört.

Ernährung und Landwirtschaft sind daher auch in der grünen Start-up-Szene wichtige Themen. Das hat sich beispielsweise bei den StartGreen Awards 2018 gezeigt, denn unter den zahlreichen Bewerbungen waren mehr als 20 Konzepte und Jungunternehmen, die sich in unterschiedlichen Formen mit nachhaltiger Lebensmittelproduktion beschäftigen. Unter den zwölf Finalisten der Awards waren dann auch vier mit Agrarbezug: PHYTOLINC, SEQUESTA, URFARM und Smart Cloud Farming.

Doch auch in der Vergangenheit haben Start-ups aus dem Landwirtschafts- und Ernährungsbereich bei den StartGreen Awards Eindruck gemacht. Im Rahmen unserer #SGA18 Erfolgsgeschichten haben wir einige davon vorgestellt. Beispielsweise healthy planet, die mit DAS.EIS klimaneutrale Eissorten auf den Markt bringen. Oder aquacubes, die chemikalien- und antibiotikafreie Fischproduktion im eigenen Garten ermöglichen. Ebenfalls haben wir mit RecyCoal gesprochen, die in Afrika aus Bioabfällen saubere Brennstoffe produzieren. Bearprotein haben uns von ihrem aus Insekten bestehenden Riegel erzählt und die Gründer von SeedForward haben verraten, wie ihre organische Saatgutbeschichtung funktioniert.

Wie gefragt nachhaltige Lösungen im landwirtschaftlichen und Lebensmittelbereich sind, zeigen auch eine Reihe von Finanzierungsrunden, die Start-ups im Jahr 2018 erfolgreich abschließen konnten. Dazu gehörten beispielsweise Infarm, die 20 Millionen Euro für die Expansion ihrer Indoor-Gewächshäuser bekommen haben. CarboCulture haben eine Seedfinanzierung erhalten, um aus organischen Reststoffen Düngemittel zu erzeugen. Neue Investoren gab es für ECF Farmsystems und ihre nachhaltigen Aquaponik-Anlagen, während Fora und The Rainforest Company seit letztem Jahr vom Food Impact Investor katjesgreenfoods unterstützt werden.

Im vergangenen Jahr haben Start-ups weltweit gezeigt, dass es viele innovative Lösungen für die vorhandenen Probleme in der Landwirtschaft gibt. Sei es die Produktion von Fischfleisch im Labor als Antwort auf Überfischung der Ozeane, eine „zweite Haut“ für verderbliche Lebensmittel als Antwort auf Nahrungsmittelverschwendung oder die Nutzung von hyperlokalen Wettervorhersagen für Kleinbauern in Entwicklungsländern. Wir sind gespannt, mit welchen Ideen Gründerinnen und Gründer im Jahr 2019 die Lebensmittelerzeugung nachhaltiger gestalten wollen und werden.


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StartGreen Magazin Finanzierung Innovation Internationales Landwirtschaft/Ernährung Märkte Technologie Wasser


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