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ME Energy: Ladeinfrastruktur für Elektroautos

© Rolf Schulten

Redaktion

In aller Kürze: Was ist eure Unternehmensidee?
Wir möchten die Elektromobilität für alle Menschen zugänglich machen. Deshalb haben wir eine neue Generation von Ladesäulen entwickelt, die überall, ohne Anschluss an das Stromnetz oder Anforderungen an die Infrastruktur, aufgestellt werden können. Dies ist besonders für ländliche Regionen interessant. Diese sind bisher wegen der fehlenden Ladeinfrastruktur von der Elektromobilität weitestgehend ausgeschlossen.

Welche Mission verfolgt ihr? Auf welche Weise leistet ihr einen positiven Beitrag für die Umwelt oder Gesellschaft?
Der Verkehrssektor ist für etwa 30% der gesamten CO2-Emissionen in der EU verantwortlich. Deshalb wollen wir die emissionsfreie Elektromobilität voranbringen. Aktuell gibt es dabei noch zwei große Probleme, derer wir uns annehmen:

  • Viele Menschen befürchten, dass sie mit dem Elektroauto einfach irgendwo liegen bleiben, weil es in der Nähe keine Ladestation gibt oder dass sie Stunden an eben solch einer Ladesäule verbringen müssen, weil die Ladezeiten so lang sind.
  • Der Strom aus den Ladesäulen besteht immer noch zur Hälfte aus Kohlestrom. Sinn der Elektromobilität kann es ja nicht sein, dass wir mit Kohle fahren - das wäre ja wie vor 150 Jahren mit der Eisenbahn.

Wie kam euch die Idee zur Gründung?
Wir sind große Autofans und haben oft über die Probleme der Elektromobilität diskutiert. Irgendwann haben wir uns dann gefragt, wieso denn nur so wenige Ladesäulen existieren, obwohl Regierungen den Ausbau weltweit massiv fördern. Die Antwort lautete: die Kosten für den Anschluss an das Stromnetz sind zu hoch. Und da wurde die Idee geboren, Ladesäulen ohne Anschluss an das Stromnetz zu entwickeln.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?
Wir errichten und betreiben Ladesäulen für Elektrofahrzeuge und versorgen so Regionen, die bislang vernachlässigt wurden. Kunden können, wie bisher, an diesen Ladesäulen Strom tanken. Sie zahlen pro geladene Kilowattstunde. Der Unterschied zu bisherigen Ladesäulen besteht nur darin, dass die Kunden nun überall und schnell laden können.

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?
Für den Kunden gibt es 3 wesentliche Alleinstellungsmerkmale:

  • Laden überall – egal ob irgendwo im ländlichen Brandenburg, Bayern oder Niedersachsen, unsere Ladesäulen wird es überall geben.
  • Laden für jeden – bei uns kann jeder und jede das Auto laden, egal welcher Autotyp oder welches Ladenetzwerk.
  • Günstige Schnellladung – die niedrigen Stromerzeugungskosten geben wir an unsere Kunden weiter.

Gibt es bestimmte Herausforderungen speziell in eurer Branche?
Aktuell ist das Errichten und der Betrieb von Ladesäulen ein Verlustgeschäft. Das können sich nur Stadtwerke oder Großkonzerne wie Innogy und Shell leisten. Die haben die großen Ballungszentren unter sich aufgeteilt und besitzen weitestgehend lokale Monopole. In den ländlichen Regionen finden sich hingegen kaum Ladesäulen – und da sehen wir unsere Chance. Unsere Ladesäulen benötigen deutlich niedrigere Anfangsinvestitionen und erzeugen den Strom viel günstiger als die Säulen der großen Wettbewerber.

Wie sieht eure langfristige Vision aus?
Wir möchten alle ländlichen Regionen der Welt mit Ladeinfrastrukturen ausstatten und so den Grundstein für die emissionsfreie Mobilität legen. Denn nur so kann die Mobilität der Zukunft CO2-neutral werden.

Ihr habt den StartGreen Award 2018 in der Kategorie „Gründungskonzept“ gewonnen, herzlichen Glückwunsch. Welche Bedeutung hat das für Euch?

Wir von ME Energy freuen uns sehr über den StartGreen Award. Gerade in so einer frühen Phase ist ein Preis wie der StartGreen Award enorm wichtig, da er uns eine öffentliche Plattform bietet und uns in unserem Vorhaben weiter bestärkt. Wir können daher allen Gründern nur empfehlen sich nächstes Jahr zu bewerben. Denn unser Gewinn zeigt, dass keine Idee zu groß ist, um sie umzusetzen!

 

© Rolf Schulten


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