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Lieber länger haltbar

CSR NEWS

Die aktuelle Internationale Funkausstellung (IFA) präsentiert wieder zahlreiche, mehr oder weniger nützliche Innovationen. Legt man eine aktuelle Studie des Zentrums Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin zugrunde, geht dieses Vorgehen an den Bedürfnissen der Konsumenten vorbei. Vielmehr würde eine Mehrheit lange haltbare und robuste Geräte bevorzugen, anstatt ständig neue Modelle und Funktionen präsentiert zu bekommen. Im Rahmen der Studie untersuchte eine Forschergruppe Erwartungen und Erfahrungen mit Nutzungs- und Lebensdauern bei Elektronikprodukten und fokussierte dabei insbesondere Smartphones und Waschmaschinen. Die repräsentative Onlinebefragung von 2.000 Personen wurde im Rahmen der Nachwuchsforschungsgruppe „Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit – Ursachen und Alternativen“ durchgeführt.

Für neun von zehn Konsumentinnen und Konsumenten spielt es bei der Wahl eines Smartphones eine große Rolle, dass der Akku lange halten soll und dass das Gerät möglichst robust ist. Damit sind diese beiden Merkmale die wichtigsten überhaupt bei der Wahl eines Smartphones. Technische Details, die Marke und das Design spielen im Vergleich dazu eine weniger große Rolle. Auch bei der Wahl einer Waschmaschine kommt der Haltbarkeit die größte Rolle zu, etwa gleichauf mit geringem Strom- und Wasserverbrauch. „Obwohl sich die Konsumenten Geräte mit einer langen Lebensdauer erhoffen und 80 Prozent der Befragten mehr Informationen darüber wünschen, bewerben die Hersteller kaum diese Geräteeigenschaften. Stattdessen bekommen die Verbraucher immer wieder vermeintliche Innovationen präsentiert. Unsere Studie zeigt hingegen, dass 70 Prozent der Befragten es eher anstrengend finden, dass es ständig neue Modelle auf dem Markt gibt“, erklärt Melanie Jaeger-Erben, Leiterin der Forschergruppe am Zentrum Technik und Gesellschaft.

 

Wissen um den richtigen Umgang mit der Technik fehlt

Doch auch Konsumenten können durch sorgsamen Umgang dazu beitragen, damit die Funktionsfähigkeit möglichst lange erhalten bleibt. In der Onlineumfrage wurde offen, also ohne Antwortvorgaben, danach gefragt, was unternommen wird, um Smartphone und Waschmaschine zu pflegen. Auffällig ist, dass weniger als die Hälfte der Befragten überhaupt etwas tut, um die Langlebigkeit ihrer Geräte zu fördern. Und wenn, dann sind es bisweilen nicht die richtigen Tätigkeiten. Ein Beispiel: Bei Smartphones ist häufig der Akku die lebensdauerverkürzende „Schwachstelle“, ein korrektes Ladeverhalten kann die Lebensdauer der Geräte also deutlich beeinflussen. Werden Nutzer konkret danach gefragt, welche Form der Aufladung am förderlichsten im Sinne der Langlebigkeit ist, zeigt sich, dass nur circa 40 Prozent die eigentlich richtige Praxis kennen: den Akku nicht gänzlich zu be- und entladen. Ein Drittel glaubt hingegen, dass das vollständige Be- und Entladen richtig ist – was den Akku dauerhaft aber eher strapaziert. 16 Prozent der Befragten ist nicht klar, dass ihr Ladeverhalten auf die Haltbarkeit des Akkus überhaupt eine Auswirkung hat. Die Umfrage zeigt aber auch, dass sich viele Menschen mehr Wissen zur Förderung der Langlebigkeit wünschen. Über 80 Prozent möchten wissen, wie sie elektronische Geräte pflegen müssen, damit sie lange halten. Knapp 70 Prozent wollen sogar mehr Informationen, wie man selbst Geräte repariert.

 

Jedes zweite Smartphone, das nicht mehr genutzt wird, verschwindet in der Schublade

Auch beim Umgang mit nicht mehr genutzten Geräten gibt es Veränderungspotenzial. Der Umfrage zufolge wird fast jedes zweite Smartphone, das nicht mehr verwendet wird, zu Hause gelagert. „Dadurch aber verlieren die Konsumenten bares Geld. Je länger sie ungenutzt gelagert werden, desto mehr verlieren sie an Wert“, sagt Jaeger-Erben. Würden zudem die Geräte einer Zweitnutzung zugeführt werden, könnten wichtige Ressourcen wie Edel- und Sondermetalle geschont werden. Ein nicht geringer Teil der Befragten ist hier aber schon auf einem guten Weg: Ein Fünftel verkauft das nicht mehr genutzte Phone, ein weiteres Fünftel verschenkt es weiter.

 


Dieser Beitrag stammt vom Informationsportal CSR NEWS. Hier finden Sie den Originalartikel.


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