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HYDROGRID - Vermarktungslösung für Wasserkrafterzeuger

© HYDROGRID

Redaktion

In aller Kürze: Was ist eure Unternehmensidee?
HYDROGRID bietet kleinen Wasserkrafterzeugern eine komplett neuartige Lösung für die optimale Steuerung und Vermarktung ihrer Kraftwerke: HYDROGRID übernimmt sämtliche tägliche operative Prozesse zur optimalen Prognose, Steuerung und Vermarktung der Kraftwerke als laufende
Dienstleistung („Optimal-Dispatch-As-A-Service“). Durch diese neuartige Dienstleistung können kleine Wasserkraftwerksbetreiber ihre Erlöse (gegenüber den Erlösen mittels einfacher interner Prozesse) um bis zu 16% steigern und gleichzeitig interne personelle Aufwände reduzieren.

Welche Mission verfolgt ihr? Auf welche Weise leistet ihr einen positiven Beitrag für die Umwelt oder Gesellschaft?
Das gegenständliche Projekt wird die Attraktivität von Investitionen in (kleine) Wasserkraftanlagen im Vergleich zu anderen Energiequellen steigern. Unser Dienstleistungsangebot ermöglicht es auch traditionellen branchenfremden Anlegern, in Wasserkraftportfolios zu investieren und diese mit geringem operativem Aufwand gewinnbringend zu betreiben. In Regionen, wo bisher Kleinwasserkraftpotenziale mangels Investitionskapital teilweise brachliegen (z.B. in Zentralasien) kann hierdurch der Energie-Erzeugungsmix auf viele Jahrzehnte positiv beeinflusst werden.
Durch optimale, marktgetriebene Abstimmung der flexiblen Erzeugungstechnologien (Wasser, Biogasanlagen, Batterien u.a.) mit dem Verbrauchsprofil von Haushalten und der Industrie auf lokaler Ebene tragen wir außerdem zur besseren Auslastung vorhandener Infrastruktur und damit zur Vermeidung von unnötigem, ressourcenintensiven und teuren Netzausbau bei.
HYDROGRID leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, da nur durch Vernetzung und optimierte Steuerung von erneuerbaren Anlagen, eine nahezu CO2-freie, sichere Energieversorgung in Europa möglich wird. Die Rentabilitätssteigerung erhöht die Attraktivität von Investitionen in ökologisch verträgliche Klein-/Kleinstkraftwerke.

Wie kam euch die Idee zur Gründung?
Janice Goodenough: „Ich habe ursprünglich technische Mathematik studiert und habe dann einige Jahre Erfahrung in der Energiebrachen gesammelt – war zuerst im Stromhandel und dann in der zentralen Kraftwerkssteuerung bei VERBUND, dem größten österreichischen Wasserkrafterzeuger. Das spannende an der Kraftwerkseinsatzoptimierung ist ja, dass man mit einem Bein in der Physik steht – sich mit Wirkungsgradkurven und Niederschlagsprognosen beschäftigt - und mit dem anderen Bein im ‚Markt‘, der immer mehr getrieben ist von Big Data, Machine Learning und Digitalisierung. Diese Kombination finde ich hochspannenden und reizvoll.
2016 stand ich dann vor der Entscheidung zwischen einem weiteren Karriere-Schritt in einem anderen, großen Konzern (der mich aber von der „Physik“ weiter weggeführt hätte) und HYDROGRID. Ich habe mir 2 Wochen Bedenkzeit erbeten, reiflich rational nachgedacht und am Ende eine klare Bauchentscheidung getroffen – und diese bisher keinen Tag bereut.“

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?
HYDROGRID verrechnet eine sehr moderate monatliche ‚fixed fee‘ pro Kraftwerk für das Management und ist performance-abhängig an der Erlössteigerung beteiligt. Damit gib es erstmals eine Lösung, die ohne große Anfangs-Investments in IT-Infrastruktur und Software-Lizenzen auskommt und damit in punkto Kosten auch für kleine und mittlere Wasserkrafterzeuger Sinn ergibt.

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?
Unsere optimale Kraftwerkssteuerung basiert auf einem von uns entwickelten, proprietärem heuristischen Optimierungsalgorithmus. Ähnliche mathematische Methoden kommen teilweise im Supply Chain Management zum Einsatz, werden in der Energiewirtschaft aber praktisch nirgendwo angewandt.
Gegenüber den üblichen stochastischen oder deterministischen Solver-Lösungen zur Kraftwerksoptimierung hat unsere Methode den Vorteil, dass sowohl beim Setup neuer Kraftwerke im System als auch im täglichen Betrieb eine fast hundertprozentige Automatisierung möglich ist. Wir können dadurch eine hohe Anzahl von Kraftwerken mit einem wesentlich geringeren Personalaufwand optimal steuern. Auch die Rechenzeit haben wir gegenüber den üblichen Methoden um rund eine Zehnerpotenz reduziert. Durch diese beiden Faktoren wird unser Geschäftsmodell überhaupt erst möglich.

Wie sieht eure langfristige Vision aus?
Janice: „Wenn unser Ziel eine ‚low-carbon‘ oder ‚no-carbon‘ Energiezukunft ist, dann brauchen wir zusätzlich zu Wind & Photovoltaik – deren Erzeugung zwar CO2-neutral, aber eben nicht steuerbar ist – eine Möglichkeit große Mengen Energie für die sogenannten ‚Dunkelflauten‘ (d.h. Perioden mit wenig Sonne und Wind) zu speichern.
Batterien können hier einen Beitrag leisten, der speicherbaren Energiemenge sind hier aber einfach physikalische Grenzen gesetzt. Wasserkraftwerke – insbesondere Wasserspeicher – sind daher auch in Zukunft ein unverzichtbarer Teil der Lösung, wenn wir eine Reduktion der fossilen Brennstoffe in unserem Energiemix erreichen wollen. Keine andere Technologie ist so ökologisch und ermöglicht gleichzeitig auch die Speicherung großer Energiemengen, was die sinnvolle Nutzung der Energie aus den ‚neuen Erneuerbaren‘ ja überhaupt erst möglich macht.
Im Small Hydro Bereich liegt hier viel Speicherpotenzial brach, dass auf Grund mangelnder Planungsressourcen nicht effektiv genutzt werden kann. Wir wollen das ändern und auch die kleinen Wasserspeicher als „grüne Batterie Europas“ nutzbar machen. Wenn wir dadurch einen (kleinen) Beitrag zu einer erfolgreichen Energiewende leisten können, bin ich zufrieden!“
 
Und zu guter Letzt: Warum wollt ihr den StartGreen Award 2018 gewinnen?
Der StartGreen Award ist eine Chance, durch das Netzwerk und die Medien unsere Vision mit anderen zu teilen. So kann die Energiewende vorangetrieben werden. Diese kleinen Schritte ebnen den Weg zu einer sicheren und nahezu CO2-freien Energieversorgung in Europa.


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