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Gründergeist gewinnt

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Redaktion

Zum ersten Mal ausgezeichnet werden am 16. November 2017 auch grüne Schülerfirmen. Beim StartGreen@School Award stellten sich 10 Halbfinalisten aus ganz Deutschland dem Public Voting. Zu Siegern gekürt wurden Macadamiafans aus Göttingen, Öko-E eSG aus Windeck (NRW) und Young&Fair aus Uetersen (Schleswig-Holstein). Wer welchen Platz belegt hat, erfahren die Schülerinnen und Schüler erst bei der Preisverleihung in Berlin.

Der Wettbewerb ist Teil des Projekts StartGreen@School, das nachhaltige Gründerkultur an Schulen fördert.

Die Siegerteams wurden aus dem Ergebnis des Votings im Halbfinale und der Bewertung der Fachjury ermittelt. Sie dürfen zur Preisverleihung am 16. November 2017 ins Bundesumweltministerium nach Berlin fahren. Zu gewinnen gibt es Preisgelder im Gesamtwert von 5000 Euro.

„Wir freuen uns sehr über die vielen qualitativ-hochwertigen Einsendungen, die wir erhalten haben. Dadurch, dass wir den Preis für Schülerfirmen im Rahmen des StartGreen Awards vergeben, erhalten die Schülerinnen und Schüler gleich einen Einblick in die ‚echte‘ Unternehmenswelt. Wir möchten sie damit motivieren dran zu bleiben in der Hoffnung, dass sie in naher Zukunft ihr eigenes nachhaltiges Unternehmen gründen.“, so Alexander Schabel vom Borderstep Institut, das den StartGreen Award ausrichtet.

StartGreen@School: Förderung einer nachhaltigen Gründungskultur an Schulen

Der StartGreen@School Award ist Teil des Projekts StartGreen@School. Ziel ist die Förderung einer nachhaltigen Gründungskultur an Schulen – indem Schülerfirmen mit nachhaltigem Wirtschaften verbunden werden. Schulen aller Schulformen aus dem ganzen Bundesgebiet können sich für die vielseitigen kostenlosen Angebote (u.a. Unternehmensbesuche für Schülerfirmen, Camps für Gründungsinteressierte oder Fortbildungen für Lehr- und pädagogische Fachkräfte) bewerben. Informationen zu den einzelnen Angeboten und Online-Bewerbung finden sich auf der Website des Projektes.

StartGreen@School ist ein gemeinsames Projekt von UnternehmensGrün e.V., Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH, Institut Futur der FU Berlin und BildungsCent e.V.. StartGreen@School wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

 

StartGreen@School Award 2017: Das waren die Halbfinalisten

Macadamiafans Göttingen (Göttingen, Niedersachsen)

Die Schülerfirma des Hainberg-Gymnasiums Göttingen verkauft fair gehandelte, biozertifizierte Macadamianüsse von kenianischen Kleinbauern direkt, ohne Zwischenhändler, auch über Onlinebestellungen. Dadurch erzielen die Produzenten bessere Preise und sichern ihren Absatz. Ein Teil des Erlöses ermöglicht Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Projektes WELT:KLASSE in China und Kenia gemeinsam mit lokalen Partnern an Umweltprojekten zu arbeiten und mit der lokalen Bevölkerung in einen intensiven Austausch zu treten.

 

Villa Kunterbunt (53819 Seelscheid, NRW)

Villa Kunterbunt ist eine Schülerfirma der heilpädagogischen Waldorf-Förderschule Seelscheid und organisiert eine wöchentliche Pausenversorgung für die gesamte Schule. Angeboten werden vor allem Snacks aus eigener Herstellung, die meisten Zutaten sind regional und bio. Schülerinnen und Schüler mit geistigen Behinderungen stärken mit dem Projekt ihre organisatorischen und praktischen Fähigkeiten und bereiten sich auf ihr Leben nach der Schule vor. Die Schulgemeinschaft profitiert von gesunden, nachhaltig hergestellten Lebensmitteln zum Selbstkostenpreis.

 

Schmids Druck Studio (Berlin)

Schmids Druck Studio, Schülerfirma der Carlo-Schmid-Oberschule Berlin-Spandau, bedruckt nachhaltige Textilien. Durch das Digitaldruckverfahren können auch mehrfarbige Drucke für Aufträge mit geringer Stückzahl angeboten werden. Neben dem Textildruck werden auch Tassen, Thermobecher, Handyhüllen und Textilien bedruckt. Alle Textilien sind fair hergestellt und bestehen aus Biobaumwolle und recycelten Garnen. Langfristiges Ziel der Schülerinnen und Schüler ist, die Textilindustrie nachhaltiger zu gestalten und zu zeigen, dass auch in dieser Branche hohe ökologische und soziale Standards möglich sind.

 

Öko-E eSG (51570 Windeck/Rosbach, NRW)

Die Schülergenossenschaft Öko-E an der Gesamtschule Windeck ist auf drei Geschäftsfeldern aktiv. Neben dem Verkauf von Ökostrom sowie der Pflege von Streuobstwiesen ist Öko-E auch auf dem Gebiet des sanften Tourismus tätig. Über die Internetplattform www.eco-ferien.de bietet die Schülergenossenschaft Übernachtungsmöglichkeiten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien an. Hier finden sich ausschließlich Anbieter mit Nachhaltigkeitsengagement, so dass sich umweltbewusste Urlauber mit ruhigem Umweltgewissen erholen können. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist allen drei Geschäftsfeldern gemein.

 

Ecological Revolutionary Company eSG (59073 Hamm, NRW)

In der Ecological Revolutionary Company (ERC eSG), eine Schülerfirma des Landschulheims Schloss Heessen, engagieren sich Schüler der Klassenstufen 10-12 ehrenamtlich als Energieberater für Privathaushalte und kleine Unternehmen. Es werden Energieberatungen zur Senkung der Emissionen angeboten, Gebäudethermographien zur Überprüfung der Wärmedämmung wie auch Heizungs- und Photovoltaikthermographien. Dabei wird der erwirtschaftete Gewinn zu einem großen Teil gespendet, es werden Partnerschaften mit Kinderhospizen oder auch dem Haus Hamm in Peru unterhalten.

 

Schülerreparaturwerkstatt (München, Bayern)

In der Schülerreparaturwerkstatt der Rudolf-Steiner-Schule München-Schwabing reparieren Schülerinnen und Schüler alles von Kameras über Radios und CD-Player bis hin zu Autoschlüsseln und Brillengestellen. Kosten fallen nur an, wenn Ersatzteile benötigt werden. Von April 2016 bis Juli 2017 wurden 138 Geräte angenommen, wovon 123 repariert werden konnten. Die Arbeit fördert bei den Schülerinnen und Schülern detektivische Fähigkeiten (wie geht das Gehäuse auf?), Entdeckerfreude (bei der Fehlersuche), Improvisationskunst (für die Reparaturmethoden) und Kommunikationstalent (Kontakte mit Kunden, Ersatzteillieferanten).

 

Young&Fair (25436 Uetersen, Schleswig-Holstein)

Die Schülerfirma Young&Fair des Ludwig-Meyn-Gymnasiums Uetersen ist ein Dienstleister für individuell bedruckte, fair produzierte Textilien aus Bio- Baumwolle. Der Druck wird von externer Seite angefertigt, das Start-up organisiert für den Kunden alles von der ersten Anfrage bis zur Lieferung. Das Team setzt sich aus Schülern und Schülerinnen der Jahrgänge acht bis zwölf zusammen. Die Leitung des Unternehmens liegt fast ausschließlich in den Händen der Schüler, mittlerweile sind ein Geschäftsführer sowie ein Leiter eines Aufgabenbereichs für die Organisation und reibungslose Abläufe zuständig.

 

InnoGrün eG (66386 St. Ingbert, Saarland)

Die nachhaltige Schülerfirma InnoGrün des Leibniz-Gymnasiums St. Ingbert versorgt die Schulgemeinschaft mit wechselnden nachhaltig hergestellten Produkten für den schulischen Alltag und für zu Hause. Das Ziel ist die Etablierung von nachhaltigen Produkten im Schulalltag und darüber hinaus. Angeboten werden zum Beispiel selbst produzierte Bio-Fruchtaufstriche mit Zutaten aus der Region, Recycling-Schulhefte und Stifte oder Fairtrade-Produkte. Erfolgreiche Projekte waren auch das Design und der Vertrieb eines nachhaltig hergestellten Schul-T-Shirts und der Verkauf von Edelstahltrinkflaschen mit individueller Gravur.

 

DUPF Dienstleistungs- und Produktionsfirma der Mittelschule Oettingen (86732 Oettingen, Bayern)

Die Schülerfirma DUPF an der Mittelschule Oettingen will nach dem Grundsatz „fördern und fordern“ die Schüler gezielt auf das Berufsleben vorbereiten und ihre Ausbildungsreife erhöhen. Planung und Ausführung werden von den Schülern mitbestimmt und durchgeführt. Auf die Wirtschaftlichkeit und die Nachhaltigkeit wird ein besonderes Augenmerk gerichtet. Die Bandbreite der Projekte reicht vom jährlichen Anbau von Kartoffeln über die Anfertigung von höhenverstellbaren Rednerpulten mit Licht und Mikrophon bis hin zur Brennholzgewinnung.

 

Schülerfirma des J. Landenberger FÖZ (Weimar, Thüringen)

Die Leistungen der Schülerfirma des Johannes Landenberger Förderzentrums in Weimar reichen von Grünpflege und Reinigung über Produkte aus Ton und Holz bis hin zu kreativen Arbeiten (Bilder, Graffiti, Illustrationen). Projekte wie Metallsammelaktionen in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken helfen den mehrheitlich aus prekären Verhältnissen stammenden Schülerinnen und Schülern, den Wert der Dinge besser einzuschätzen. Ein spezielles Token-System dient dabei als Anreiz. Die Schule bemüht sich zudem, das Schülerfirma-Team in soziokulturelle Projekte einzubinden und somit sowohl Kulturvereinen, als auch den Schülern neue Möglichkeiten zu schaffen und zum Beispiel gemeinsam Inklusions-Projekte zu erarbeiten.


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