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Green Innovation and Investment Forum im Interview

© Rolf Schulten

Redaktion

 

Green Innovation and Investement Forum (GIIF): Förderangebot für grüne Technologie-Start-ups

 

Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Projekt?

Das Green Innovation and Investment Forum (GIIF) wurde ins Leben gerufen, da der Bedarf an Förderung grüner Technologien in der täglichen Arbeit der Initiatoren deutlich wurde. Mit den geförderten innovativen Geschäftsideen werden Impulse in die Wirtschaft gegeben, um deren zukunftsfähige Ausrichtung zu erreichen. Die Herausforderungen, von denen uns die Entwickler und Gründer berichten, bestätigen die Notwendigkeit, grüne Ideen weiter zu fördern.

Die Geschäftschancen im Markt für Umwelttechnik, Ressourceneffizienz und Klimaschutz sind enorm. Investoren orientieren sich dabei zunehmend an Nachhaltigkeit und ökologischen Aspekten ihrer Investments. Die Verbreitung von Innovation und die Nutzung des ökonomischen Potenzials von neuen Technologien, Anwendungen und Lösungen soll durch ein Matchmaking zwischen interessanten Start-ups / Wachstumsunternehmen und Investoren (VC, Beteiligungskapital, Business Angels) gefördert werden.

Bei der Detailplanung wurde der Bedarf nach einem kompakten und für jedes Start-up individuell geplanten Beratungstag (Green Training Day) klar. Dieser Tag dient als Vorbereitung für den tags darauf stattfindenden Pitching Day. Die Start-ups werden zu Themen wie z. B. Financing oder Business Modeling professionell und intensiv gecoacht.

 

Wer hat Sie dabei unterstützt?

Das GIIF ist eine gemeinsame Initiative der bwcon GmbH und Umwelttechnik BW.

Die bwcon GmbH ist integrierter Innovationsdienstleister und unterstützt Unternehmen beim Transformationsprozess entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Diese Dienstleistungen beinhalten in einer frühen Phase das Management von Ideen und Talenten, den Wissenstransfer in Unternehmen und die weitere Skalierung der Geschäftsmodelle bis hin zur Unternehmensübergabe. 

Umwelttechnik BW, die Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz, vernetzt seit Oktober 2011 alle relevanten Informationen, Aktivitäten und Akteure in Baden-Württemberg aus Wirtschaft, Wissenschaft und  Politik. Die Mitarbeiter arbeiten an der Bündelung der Branche, Strategischen  Projektentwicklung sowie Beratung und Unterstützung von Unternehmen mit einem  besonderen Fokus auf KMU.

Das GIIF wird in Kooperation mit KIC InnoEnergy und seit diesem Jahr mit der Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg durchgeführt. Weiter besteht ein dichtes Netz an zusätzlichen Partnern wie z. B. Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen, Venture Capitals, Gründungsberatern sowie Vernetzungsportalen für grüne Gründer.

 

Welche Geldquellen haben Sie gesucht? Wie konnten Sie Investoren überzeugen?

Uns war auf der Suche nach Investoren wichtig, dass diese nicht ausschließlich finanzielle Mittel, sondern auch Sachmittel (z. B. Support durch ein Forschungsteam) zur Verfügung stellen. Dies ist im ersten Schritt bei der Investorenakquise natürlich etwas aufwändiger, fördert langfristig gesehen jedoch die Nachhaltigkeit der Ideen. Das erleichtert spürbarer den Eintritt in den Markt für das Start-up als eine Finanzspritze.

So erhalten die besten Start-ups in beiden Kategorien des GIIF (Frühphase, Fortgeschritte) neben Geldpreisen auch Zugang zu einem MentorInnenprogramm. Dieses Jahr erhielt zusätzlich ein Start-up mit dem Scientific Support Award wissenschaftliche Unterstützung durch eine Hochschule. 

Das Green Innovation and Investment Forum ist nicht gewinnorientiert. Das Forum, die vorbereitenden und nachbegleitenden Tätigkeiten werden mischfinanziert. Zunächst steuern, neben Arbeitskräften, die bwcon GmbH und Umwelttechnik BW GmbH eigene Mittel bei. Diese stammen auch aus öffentlichen Geldern. Ein Großteil der Förderung geht auf die GIIF Kooperationspartner der letzten Jahre zurück.

Die Möglichkeit der Unterstützung beim GIIF ist dabei bewusst offen gestaltet. Es können zwar Sponsoringpakete beim Organisationsteam angefordert werden, diese dienen jedoch als erste Basis für Gespräche hinsichtlich einer möglichen Zusammenarbeit.

 

Welche Herausforderungen sehen Sie an Ihrem Beispiel für grünes Gründen in Deutschland?

Grüne Gründer bewegen sich immer noch in einer Nische. Die Bedeutung einer Green Economy ist der Gesellschaft bekannt. Durch Profitorientierung und dem Überwiegen von wirtschaftlichem Denken steht jedoch der ökologische und nachhaltige Aspekt weiterhin im Hintergrund.

Ein Umdenken findet jedoch langsam statt. Dennoch bleibt die Herausforderung gute Ideen ausfindig zu machen und diese in der real existierenden Wirtschaft überlebensfähig auszubauen. Des Weiteren haben es grüne Gründungen schwer, besonders aus erklärungsbedürftigen Technologiebereichen, geeignete Finanzierungsmöglichkeiten auch für kleinere Investitionssummen zu finden.

 

Was leistet Ihr Projekt für den Klimaschutz? Wie trägt es zum Wandel in der Gesellschaft bei?

Das GIIF wurde vor dem Hintergrund globaler Veränderungen initiiert. Mit dem Wissen, dass herkömmliches Wirtschaften nicht in der Breite zur Lösung der Umweltherausforderungen führt, dient das Forum dazu, innovative grüne Geschäftsideen herauszustellen.

Die Entwickler und Start-ups kommen aus den Technologiebereichen Umwelttechnik, Ressourceneffizienz, Nutzung erneuerbarer Materialien, urbane Fabrik, nachhaltige Lösungen für die Stadt, grüne Informations- und Kommunikationstechnik, Klimaschutz, intelligente Netze und erneuerbare Energien.

Innovative Lösungen für globale Herausforderungen zu unterstützen ist somit beim GIIF in der Breite verankert. Diese grünen Innovationen fördern wir durch intensives Coaching, Erhöhen des Bekanntheitsgrads, Zugang zu Geschäftspartnern und Investoren, sowie Nachbetreuung in der GIIF-Community.

Alle Printproduktionen des GIIF werden klimaneutral und mit 100 Prozent Recyclingpapier durch eine lokale Druckerei produziert. Auch bei weiteren Werbeproduktionen wie z. B. Bannern wird die Wiederverwertbarkeit sichergestellt.

 

Was ist dabei Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Der Bedarf an grüner Unternehmensförderung ist hoch. Daher haben bwcon und Umwelttechnik BW das GIIF entwickelt, welches in dieser Form als Förderangebot einmalig ist. Nur das GIIF bindet alle relevanten Akteure in der Breite zur Förderung grünen Unternehmertums ein. Mit dabei sind Start-ups und Entwickler, Investoren, wie VCs, Förderbanken, Business Angels, etablierte Unternehmen der grünen Wirtschaft, weitere Förderakteure und -netzwerke, Hochschulen, Forschungsinstitute, sowie der öffentliche Sektor, wie Ministerien.

Zudem ermöglicht die internationale Ausrichtung InnovatorInnen aus ganz Europa, grüne Ideen vor Fachpublikum und potenziellen Investoren zu pitchen. 2016 reichten über 70 Bewerber aus 13 Ländern ihre Ideen ein.

 

Welchen Tipp haben Sie für Gründerinnen und Gründer in der Green Economy?

  • Pitchen muss gelernt sein, weil auf den Punkt alles sitzen muss. Deshalb: Nutzt alle Gelegenheiten, Euch und Eure Idee zu präsentieren.
  • Beziehungen schaden nur demjenigen, der keine hat. Deshalb: Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken. Jeder Kontakt kann irgendwann hilfreich sein.

 

Warum wollen Sie den StartGreen Award 2016 gewinnen?

Der Gewinn des StartGreen Awards 2016 würde das Organisationsteam und alle Beteiligten mehr als freuen und in ihrer Arbeit bestätigen. Seit der Geburt der Idee vor fast drei Jahren wurde sehr viel Passion und Zeit in die Ausgestaltung und Verfeinerung des GIIF gesteckt.

Der Preis gebührte jedoch nicht allein dem engeren Organisationsteam selbst. Er gehört zu einem großen Anteil auch allen Bewerbern und teilnehmenden Start-ups seit 2015. Ohne innovative Ideen und einem gesunden Maß an Entrepreneurship wäre das GIIF nicht das, was es heute ist. Durch den Gewinn erhoffen wir uns eine weitere Steigerung im Bekanntheitsgrad, um weiteren grünen Start-ups eine Präsentationsplattform für ihre Ideen aufzeigen zu können.


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