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Fosera – Elektrizität für Entwicklungsregionen

© Fosera

Redaktion

In aller Kürze: Was ist eure Unternehmensidee?
Fosera möchte Menschen weltweit Zugang zu nachhaltig erzeugtem Strom bieten. Deswegen entwickeln und produzieren wir langlebige und qualitativ hochwertige Solar Home Systeme, die vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika eingesetzt werden.

Mit bezahlbaren Solar Home Systemen konnten bisher Lampen, ein Radio oder ein TV betrieben oder zum Beispiel ein Mobiltelefon aufgeladen werden. Wir von Fosera sind jedoch fest davon überzeugt, dass Licht auch in einkommensschwachen und netzfernen Regionen nur der Anfang der Elektrifizierung sein kann. Deshalb hat Fosera ein neues System entwickelt: das EVO (für Evolution) kombiniert mehrere innovative Features zu einem erschwinglichen und trotzdem langlebigen Qualitäts-Solar-System. Dieses System ermöglicht auch höherwertige Energiedienstleistungen, wie die Nutzung eines Kühlschranks oder die Erhitzung von Wasser. Es ist etwa 65 Prozent günstiger als herkömmliche Solar-Systemen mit vergleichbarem Leistungsumfang und dadurch erstmals für einen großen Teil der Menschheit bezahlbar.

Welche Mission verfolgt ihr? Auf welche Weise leistet ihr einen positiven Beitrag für die Umwelt oder Gesellschaft?
Seit der Gründung im Jahr 2011 ist es unsere Vision, Menschen weltweit einen Energieservice anbieten zu können, der mit dem in Industrieländern vergleichbar ist – jedoch deutlich kostengünstiger, effizienter und vor allem basierend auf nachhaltiger erneuerbarer Energie.
In den letzten Jahren haben wir mehr als 200.000 Fosera-Solar-Systeme verkauft und damit über 880.000 Menschen einen nachhaltigen Zugang zu moderner Energie ermöglicht. Das hat zur Einsparung von über 218.000 Tonnen CO2 beigetragen.

Wie kam euch die Idee zur Gründung?
Fosera ist eine Ausgründung der Hochschule Ulm. Unsere erste Idee war eine solarbetriebene Straßenlaterne für Entwicklungsländer. Schnell haben wir jedoch festgestellt, dass in diesen Ländern neben der fehlenden öffentlichen Beleuchtung auch der fehlende Netzzugang in privaten Haushalten ein großes Problem ist. Die Menschen müssen häufig umwelt- und gesundheitsschädliche Kerosinlampen verwenden, um nachts auch nur ein bisschen Licht zu haben. So sind wir auf die Idee mit kleinen, einfach zu installierenden und einfach zu bedienenden Solar-Systemen gekommen, die weltweit eingesetzt werden können.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?
Fosera verkauft Solar-Systeme über ein Netzwerk von Partnern weltweit. Diese Partner kümmern sich um den lokalen Vertrieb der Produkte bis zum Endkunden, die sogenannte „Last-Mile-Distribution“. Dies hat den Vorteil, dass wir uns auf das konzentrieren können, was wir am besten können – innovative Solar-Systeme entwickeln. Zudem sind die Länder und Märkte so unterschiedlich, dass ein Ansprechpartner vor Ort unumgänglich ist. Garantiefälle und auch den After-Sales-Service für unsere Produkte übernehmen wir zusammen mit unseren Partnern vor Ort.
Zusätzlich wollen wir unsere robusten, zuverlässigen und umweltfreundlichen Produkte jetzt auch auf dem Outdoor- und Freizeitmarkt in Europa anbieten.

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?
Wir wollen uns durch Qualität und Innovation abheben: Unsere Systeme werden in abgelegenen Gegenden mit harten Umweltbedingungen eingesetzt und sind für unsere Kunden die einzige Stromquelle. Deswegen gestalten wir unsere Systeme so zuverlässig wie möglich und geben eine dreijährige Garantie auf unsere Batterieboxen.
Unsere neuste Entwicklung ist das Fosera EVO, ein neuartiges, innovatives, leistungsstarkes und dennoch bezahlbares Solar Home System, welches auch höherwertige Energiedienstleistungen wie beispielsweise den Betrieb eines Kühlschrankes ermöglicht.

Gibt es bestimmte Herausforderungen speziell in eurer Branche?
Der Markt in Entwicklungsländern, in dem wir bisher hauptsächlich aktiv sind, gilt generell als sehr schwieriger Markt. Viele Menschen müssen hier mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 2 Dollar am Tag leben. Hinzu kommt die fehlende Infrastruktur in vielen Ländern, welche Import, Verteilung und Kommunikation sehr schwierig macht. Zudem bieten immer mehr Hersteller aus Fernost eher minderwertige Systeme zu günstigen Preisen an. Dem gegenüber steht, dass viele Menschen bis zu 15 Dollar im Monat für minderwertige Energiequellen wie Kerzen oder Kerosin ausgeben müssen und sich daher ein Solar-System sehr schnell amortisiert.

Wie sieht eure langfristige Vision aus?
Wir wollen Menschen weltweit eine kostengünstige, sichere und zuverlässige Energieversorgung ermöglichen. Aktuell können wir neben Taschenlampen, Radios und TV auch höherwertige Energieverbraucher wie Kühlschränke und Warmwassererhitzer effektiv betreiben. Aber wir wollen noch mehr: langfristig möchten wir die gleichen Energiedienstleistungen bereitstellen, die es auch in einem Haushalt in Deutschland gibt – inklusive Kochen mit Solarenergie.

Und zu guter Letzt: Warum wollt ihr den StartGreen Award 2018 gewinnen?  
Mit der Teilnahme am StartGreen Award 2018 erhoffen wir uns, viele wertvolle und interessante Kontakte zu knüpfen und mit anderen Unternehmen oder Investoren ins Gespräch zu kommen. Der Gewinn des StartGreen Awards würde uns helfen, unser Unternehmen in Deutschland und Europa bekannter zu machen, da wir zukünftig auch auf diesen Märkten unsere Produkte verkaufen möchten. Außerdem wäre der Gewinn natürlich eine tolle Bestätigung unserer Arbeit und ein weiterer Motivationsschub, gemeinsam an unserer Vision zu arbeiten und weiterhin ehrgeizig unsere Ziele zu verfolgen.


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