Nachrichten

EU-Parlament fordert Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung

CSR NEWS

 

Rund 88 Millionen Tonnen Lebensmittel landeten in der EU jährlich auf dem Müll, stellte das Straßburger Parlament am Dienstag in einer Entschließung fest. Dies sei wirtschaftlich und ökologisch unverantwortlich, weil für die Erzeugung von Nahrungsmitteln viel Energie und Wasser notwendig seien. Zudem sei es angesichts von Millionen unterernährter Menschen eine moralische Pflicht, die Verschwendung von Lebensmitteln zu verringern.

Das Europaparlament fordert einen Aktionsplan, mit dem die Menge der weggeworfenen Nahrungsmittel bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent gegenüber 2014 reduziert werden soll. Bis 2030 soll die Müllmenge halbiert werden. Dazu müsse die EU-Kommission geeignete Maßnahmen entlang der gesamten Versorgungskette prüfen – von der Erzeugung über den Transport, die Vermarktung bis hin zum Verbraucher. Die Europaabgeordneten regen unter anderem an, die lokale Produktion und kurze Vertriebswerte zu fördern, die Vorschriften für Haltbarkeitsangaben auf Packungen zu überarbeiten oder „intelligente Verpackungsmaterialien“ zu entwickeln, welche die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln verlängern können.

Außerdem fordert das Europaparlament, bestehende Hürden für Lebensmittelspenden abzuschaffen oder zumindest zu verringern. Derzeit müssten Spender von Lebensmitteln alle einschlägigen EU-Vorschriften hinsichtlich Verantwortung, Haftung, Rückverfolgbarkeit und Nahrungsmittelsicherheit einhalten. Aufgrund dieser Hindernisse zögen es viele Handelsketten und Supermärkte vor, noch zum Verzehr geeignete Lebensmittel wegzuwerfen, anstatt sie zu spenden. Zudem seien Lebensmittelspenden nach EU-Recht mehrwertsteuerpflichtig, kritisierte das Parlament. Auch aus diesem Grunde sei es oft kostspieliger, Lebensmittel zu verschenken, als sie anders zu entsorgen.

Jeden Tag gingen weltweit rund 800 Millionen Menschen hungrig schlafen, sagte der für Lebensmittelsicherheit zuständige Kommissar, Vytenis Povilas Andriukaitis. Angesichts dieser Situation sei es „eine Schande, Lebensmittel wegzuwerfen“. Daher habe die Kommission im vergangenen Jahr ein Forum geschaffen, wo Experten über Maßnahmen gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln diskutieren. Die SPD-Abgeordnete Susanne Melior forderte eine bessere Aufklärung der Verbraucher und klarere Regeln bei der Kennzeichnung. Die Verbraucher müssten wissen, wie lange ein Käse wirklich haltbar sei. In Europa werde mehr als die Hälfte des Lebensmittelmülls von den Haushalten verursacht. Im Durchschnitt werfe jeder EU-Bürger jährlich 173 Kilogramm Nahrungsmittel weg.

 


Dieser Beitrag stammt vom Informationsportal CSR NEWS. Hier finden Sie den Originalartikel.


0 Kommentare

CSR-NEWS Abfall- und Kreislaufwirtschaft Internationales Politik


Bitte anmelden um einen Kommentar zu hinterlassen.


Über CSR NEWS

CSR NEWS ist eine der weltweit führenden und meistbesuchten Informationsplattformen zum Thema Corporate Social Responsibility. Auf CSR NEWS finden Sie, was in Sachen “gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen” getan, gedacht und geplant wird. Die CSR NEWS GmbH ist in Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins „Unternehmen Verantwortung Gesellschaft e.V.“. CSR NEWS ist neutral und unabhängig. CSR NEWS bietet seinen Mitgliedern eine Plattform mit weit reichender Ausstrahlungskraft. Sie zählt mit etwa 100.000 Besuchern pro Monat zu den meistbesuchten Internetseiten zum Thema unternehmerische Verantwortung weltweit.

StartGreen Award 2017

Die aktuelle Bewerbungsphase läuft vom 01. Juni bis zum 31. Juli.

StartGreen Award

Das könnte Sie auch interessieren

Höchst unterschiedliche Klima-Noten für G20-Staaten

Klima

Italien, Brasilien und Frankreich sind vor Deutschland die Klassenbesten mit Abstrichen – USA und Saudi-Arabien liegen am unteren Ende. Noch kein G20-Staat auf Kurs der Pariser Klimaziele.

0 Kommentare

"Nachhaltigkeit und Authentizität"

StartGreen fragt nach

... bei EMH.1. Das Start-up fertigt Möbel aus beschädigtem Holz, das normalerweise entsorgt werden würde. Traditionelle Handwerkskunst statt Massenware!

0 Kommentare

None

"Man muss ein eigenes Ökoystem errichten"

Porträt: L.A. Cleantech Incubator, USA

Ein öffentlich-privat finanziertes Gründungszentrum der Stadt Los Angeles, unterstützt erfolgsversprechende Start-ups der Green Economy und Umwelttechnik. Handlungsmaxime des L.A. Cleantech Incubators (LACI) sind die Abkehr von fossilen Energieträgern und ein Kurswechsel des öffentlichen und privaten Sektors im Umgang mit natürlichen Ressourcen.

0 Kommentare

"Wir bilden Netzwerke, um voneinander zu profitieren"

Porträt: InnoSpace, China

InnoSpace ist ein Inkubationszentrum für Start-ups und junge Unternehmen. Der chinesische Inkubator ist in der ‚Knowledge and Innovation Community‘ (KIC) in Wujiaochang, einem Technologie und Innovationshub in Shanghai ansässig.

0 Kommentare


 

StartGreen ist das Online-Informations- und Vernetzungsportal für die grüne Gründerszene in Deutschland. Hier informiert und vernetzt sich die grüne Gründerszene (grüne Gründer, grüne Start-ups, grüne Investoren und Kapitalgeber, nachhaltig orientierte Gründerzentren u.v.m.) um ihr Wissen und ihre Erfahrungen auszutauschen.