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Eigentum neu denken

© Noah Näf - unsplash

Redaktion

Wer keiner Kapitalismus-Diskussion widerstehen kann, sollte sich mit dem Konzept von Verantwortungseigentum auskennen. Denn Eigentum ist nicht gleich Eigentum. Im Gegensatz zu herkömmlichen Eigentumsstrukturen, die Gewinn priorisieren, setzt sich das Modell von Steward-Ownership aus zwei Komponenten zusammen: 

  1. Selbstbestimmung: Die Stimmrechte liegen bei aktiven Unternehmerinnen und Unternehmern.
  2. Vermögensbindung: Die Gewinne sind Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck.

Entscheidungen werden also im Unternehmen selbst und nicht extern durch Investoren getroffen. Damit bleibt die Verantwortung im Unternehmen, das sich dem Unternehmenssinn, nicht der Gewinnmaximierung verschreibt. Denn die Ausrichtung des Unternehmens soll nicht dem finanziellen Gewinn Einzelner dienen. Deshalb werden Gewinne hauptsächlich reinvestiert oder gespendet und fließen nicht in die private Tasche von Fremdeigentümern.

Außerdem wird das Verantwortungseigentum nicht familiär vererbt oder an Externe verkauft, sondern innerhalb des Unternehmens an diejenigen weitergegeben, die die Konsequenzen der Unternehmensführung direkt betreffen. Statistisch zahlen Unternehmen in Verantwortungseigentum durchschnittlich höhere Löhne und Zusatzleistungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und haben eine um 40 % niedrigere Fluktuation bei Führungskräften als herkömmliche Unternehmen.

Armin Steuernagel, Mitbegründer von Purpose, stellt Verantwortungseigentum in seinem TedTalk als Alternative zu gewinnorientierten Unternehmen vor, die auf den ZEISS-Mitbegründer Ernst Abbe zurückgeht. Dieses Konzept, das heute weltweit umgesetzt wird, ermöglicht es Unternehmen, ihre Unabhängigkeit und Sinnorientierung langfristig zu bewahren.


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