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Climate KIC im Interview

© Climate KIC Accelerator

Redaktion


 

Climate-KIC: Start-up Förderprogramm (Accelerator)

 

Wie kam es zur Idee, Ihr Projekt/ Ihre Institution ins Leben zu rufen?

„Es gibt nicht zu wenig Greentech-Know-how in Europa. Das Problem ist, das Know-how in Form von Innovationen auf die Straße zu bringen.“ So oder so ähnlich dachten es sich die EU-Kommission (damals noch unter Manuel Barroso) und entwickelten die Idee von so genannten KICs: Knowledge and Innovation Communities, also ein Zusammenschluss von Akteuren, die gemeinsam Innovationen in bestimmten Themenbereichen auf den Weg bringen sollten. 2010 wurde das Climate-KIC gegründet mit dem Auftrag, Cleantech-Ideen zu finden und Innovationen auf ihrem Weg in den Markt zu begleiten.

 

Welche Mitstreiter konnten Sie gewinnen?

Climate-KIC wurde von einem Konsortium der führenden technischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und F&E-Unternehmen gegründet, z.B. RWTH Aachen, ETZ Zürich, Imperial College London, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, Bayer, Geoforschungszentrum Potsdam, etc. Für die Umsetzung des Accelerators konnten wir das Zentrum für Innovation und Gründung an der Technischen Universität München, die unternehmerTUM, gewinnen. Zudem unterstützt uns in Berlin das Centre for Entrepreneurship an der Technischen Universität Berlin, die ihre langjährige Erfahrung in der Start-up-Förderung und auch ihre Inkubations-Facilities in das Programm einbringen. Zudem stellen viele erfahrene Start-up Coaches und Mentoren ihre Kompetenz und ihr Engagement in den Dienst, Cleantech-Start-ups zum Erfolg zu verhelfen.

 

Wer finanziert Ihr Vorhaben? Wie konnten Sie Investoren und Förderer überzeugen?

Der Climate-KIC-Acclerator wird gegenwärtig zu 100% aus europäischen Mitteln aus dem Programm Horizon 2020 finanziert.

 

Welche Herausforderungen sehen Sie für grüne Gründerinnen und Gründer in Deutschland?

Neben den Herausforderungen, die auch andere Gründer/innen zu bewältigen haben (z.B. Verfügbarkeit von Venture Capital), müssen grüne Gründer/innen oft einen besonders langem Atem beweisen, weil die Entwicklung von technischen Produkten eben länger dauert und sich die komplexen b2b-Märkten sich schwerer erschließen lassen als der nächste Schuhhandel-eLieferservice-Coupon-App-Markt der Start-up-Konkurrenz. Hier ist echte Entwicklungsarbeit und Innovation gefragt, mit Copycat kommt man nicht weit.

 

Was tun Sie ganz konkret, um grünes Gründen in Deutschland zu unterstützen?

Im Kern helfen wir Teams, ihr Produkt marktreif zu machen und begleiten sie auf ihrem Weg zum ersten Kunden und zum ersten Investor. Das machen wir in drei Phasen unseres Accelerator-Programms, in dem wir Business Coaching, Fach-Trainings, Pitch-Trainings, Vernetzung in der Innovationsszene, Office Space und Stipendien für den Lebensunterhalt, in einer späteren Phase auch Geldmittel für Investitionen, zur Verfügung stellen.

Im Vorfeld des Accelerators haben wir weitere Programme, die Gründungsinteressierte auf das grüne Gründen hinführen, wie z.B. die Impact Academy Climate (größter deutscher Nachwuchswettbewerb mit grüne Nachwuchs-Entrepreneure) und das Greenhouse Programm (Pre-Incubation-Programm für Studenten, die ihre Idee ausfeilen wollen, um sich danach zu entscheiden, ob sie gründen wollen). Zudem setzen wir mit 300 Teilnehmern jährlich die größte Climate Summer School für Studenten und Doktoranden aus der ganzen Welt aus.

 

Was leistet Ihr Projekt für den Klimaschutz? Wie trägt es zum Wandel in der Gesellschaft bei?

Wir fördern Start-ups, die das Potential haben, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, weil sie ein klimafreundliches Produkt anbieten, das sich skalieren lässt.

 

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Das Alleinstellungsmerkmal des Accelerators: Das Programm läuft bis zu 18 Monate und die Teilnehmer erhalten nicht-rückzahlbare Zuwendungen. Und von Climate-KIC: Es gibt wohl keine Initiative, die so viele führende Unternehmen und Wissenschaftler im Cleantech-Bereich vereint, wie Climate-KIC.

 

Welchen Tipp haben Sie für Gründerinnen und Gründer in der Green Economy?

Frühphaseninvestoren und Business Angels sind in sehr dynamischen Märkten besonders vorsichtig. Daher müssen gerade Startups der Green Economy noch mehr Zeit in die Investorensuche investieren. Meetups, Events und Wettbewerbe der Start-up-Szene, aber auch der z.B. Energiebranche sind gute Möglichkeiten, sich ins Gespräch zu bringen und steigern die Chance, schneller Kontakt zu passenden Investoren zu finden. Das wird nicht immer direkt funktionieren, aber viel passiert über jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt. Unser Tipp also: Netzwerken, netzwerken, netzwerken.

 

Warum wollen Sie den StartGreen Award 2015 gewinnen?

Wir wollen noch mehr Gründer erreichen, die sich für den Accelerator bewerben wollen. Wir wollen das Programm ausbauen und suchen dafür Förderer. Und wir sind auf der Suche nach Mentoren für unser Mentorenprogramm. Für alle drei Ziele hilft uns die Sichtbarkeit, die wir durch den Gewinn des Awards bekommen würden.


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