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Circunomics: Datenbasiertes Management von Batterie-Lebenszyklen

© Circunomics

Redaktion

In aller Kürze: Was ist eure Unternehmensidee?

Circunomics ist der erste offene Big Data-Marktplatz für Batterien und verwaltet den gesamten Lebenszyklus von Milliarden von Batterien weltweit. Wir geben jeder Batterie ein eigenes digitales Zertifikat. In diesem Zertifikat sammeln wir alle Datenpunkte, die für den Inhaber der Batterie, aber auch für alle nachgelagerten Instanzen in der Wertschöpfungskette relevant sind. Durch diese digitalen Zertifikate werden aus Batterien Assets, die, ähnlich wie Aktien, einfach und kostengünstig bewertet und über unseren Marktplatz gehandelt werden können. Mit unseren Lebenszyklus- und Preisalgorithmen und standardisierten Datenschnittstellen verbindet Circunomics Industriepartner über alle Stufen der Batterielieferkette. Damit maximieren wir den Wiederverkaufswert von Batterien und senken die Recyclingkosten.

Welche Mission verfolgt ihr? Auf welche Weise leistet ihr einen positiven Beitrag für die Umwelt oder Gesellschaft?

Wir helfen Unternehmen und staatlichen sowie nicht-staatlichen Institutionen dabei, die Nutzung, die Zweitverwendung und das Recycling von Batterien zu optimieren. Damit tragen wir maßgeblich zur Circular Economy bei. Unsere Mission lautet „Zero waste, enabled by data”.

Wir beginnen mit der Batteriewirtschaft und integrieren fortlaufend weitere Branchen. Wir reduzieren Reibungsverluste, schaffen Vertrauen zwischen den Marktteilnehmern und erhöhen die Markttransparenz. Damit ermöglichen wir bedeutende Innovationen für Produkte, Dienstleistungen und Prozesse für die Kreislaufwirtschaft.

Wie kam euch die Idee zur Gründung?

Privat sind wir alle absolut reiseverrückt. Auf Reisen in müllimportierende Länder haben wir gesehen, dass die Umstände dort jenseits von Gut und Böse sind und dass wir unseren Elektromüll – hierzu gehören auch Batterien – selbst recyceln müssen. Durch unseren beruflichen Hintergrund sind wir gut mit der Batterie- und Recyclingwirtschaft in China und Südkorea vertraut. In diesen Ländern gelten Batterien nicht als Abfall, sondern als Wertgegenstand. Batterien sind dort Teil des IIoT (Industrial Internet of Things) – ihr Lifecycle wird vollkommen digital gemanagt. Dadurch liegen die Recyclingquoten bei 80 und mehr Prozent (die EU strebt rund 50 Prozent an, ist davon aber weit entfernt), die Wiederverkaufspreise sind höher, die Recyclingkosten niedriger als in Europa.

Durch unsere Beratungstätigkeit für den Mobilitätssektor wurde uns klar, dass es einen Datenstandard für die Nachverfolgbarkeit von Traktionsbatterien geben muss. Damit aber alle Partner der Kreislaufwirtschaft ihre Ressourcen und Prozesse aufeinander abstimmen können, benötigen sie weitere Informationen über die Batterie. Es bedarf also Zertifikate, welche diese großen Mengen an fragmentierten Datenpunkten aggregieren.

Wir haben uns gefragt, wie kann dies gelingen? Also haben wir über 50 Interviews entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette geführt und unsere Erkenntnisse in einen Prototyp einfließen lassen. Das Marktfeedback war überwältigend positiv. Für uns war klar, es wird hart – aber jemand muss dieses Ding einfach bauen.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Die Marktgröße der Recycling-, Second-Life- und F&E-Daten wird auf Transaktionen im Wert von 8,7 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt. Unser Ziel ist es, im Jahr 2025 10% des Marktes mit einer Provision von 5% zu bedienen, was 43,5 Millionen USD jährlich entspricht.

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Technisch gesehen ist unser Machine Learning Modell bereits heute präziser in der Vorhersage des Batterie-Lebenszyklus als die wissenschaftliche Benchmark. Darüber hinaus liegt unser „Unfair Advantage“ darin, dass unsere Lösung bedingt durch unsere offene Schnittstelle und die Unterstützung von SAP einfach zu implementieren und direkt mit den Produkten und Businessprozessen unserer Kunden kompatibel ist.

Gibt es bestimmte Herausforderungen speziell in eurer Branche?

Europa ist in vielerlei Hinsicht Innovationsführer in der Kreislaufwirtschaft. Dennoch gelingt es nach wie vor nicht, Innovationen zu skalieren. Leider ist Europa bestenfalls early adopter was datenbasierte Geschäftsmodelle und die Skalierung rund um das Thema Recycling angeht. Wir werden dies für die Kreislaufwirtschaft ändern. Daher ist es unser Ziel, neben unseren bestehenden Industriekunden auch mit der European Battery Alliance zu kooperieren.

Wie sieht eure langfristige Vision aus?

Wir erschaffen die offene technische Infrastruktur für eine wirksame Kreislaufwirtschaft Europas. Unsere Mission “Zero waste, enabled by data” steht dabei im Kern. Wir werden entsprechend unser Team vergrößern und weitere Kooperationspartnerschaften etablieren. Wir starten mit Batterien, denn dieser Waste Stream ist der komplexeste auf dem Markt. Anschließend integrieren wir weitere Waste Streams wie Plastik, und weitere Branchen, wie z.B. die Baubranche, die ebenfalls ein großes Potential für die Kreislaufwirtschaft bietet.

Und zu guter Letzt: Warum wollt ihr den StartGreen Award 2019 gewinnen? 

Die Bedingungen seitens StartGreen sind fantastisch. Das Preisgeld wird uns dabei helfen, aus unserem Prototyp eine skalierbare Plattform zu machen. Mindestens genauso wichtig ist uns die Möglichkeit, einen besseren Zugang zu Fachwelt, Politik und der allgemeinen Öffentlichkeit zu gewinnen. Außerdem sind wir immer auf der Suche nach Mitstreitern, Kooperationspartnern und Mitarbeitern.

 

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StartGreen Award Energie Innovation Kreislaufwirtschaft Mobilität


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