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BioCampus Straubing im Interview

© BioCampus Straubing

Redaktion

 

Businessplanwettbewerb PlanB: Biomasse.Business.Bayern

 

Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Projekt?

Die Idee zum Businessplanwettbewerb PlanB entstand 2013 und zwar aus einem ganz einfach Grund: Es fehlte an tollen, innovativen Gründerinnen und Gründern, die sich in Bayern und hier insbesondere in Straubing, der Region der Nachwachsenden Rohstoffe, mit Alternativen zu fossilen Roh- und Brennstoffen auseinandersetzen.

Es gibt ein breites wissenschaftliches Umfeld in der Region, das zur stofflichen und energetischen Nutzung von nachwachsenden, biobasierten Rohstoffen zur Stärkung des Rohstoffwandels forscht und auch lehrt. Auch haben sich bereits einige große Unternehmen angesiedelt, die auf Biomasse setzen. Im Donauhafen, nahe des Stadtzentrums, gibt es außerdem ein großes Technologie- und Gründerzentrum sowie den BioCubator, ein Unternehmerzentrum exklusiv für alle Firmen, die entlang der Biomasse-Wertschöpfungskette arbeiten. Nur die Ausgründungen, die dieses Umfeld nutzen und mit Innovation beleben, die fehlten.

Die BioCampus Straubing GmbH ist für die Vermarktung des BioCubators und die wirtschaftliche Entwicklung der Region in Richtung Nutzung nachwachsender Rohstoffe verantwortlich. Bei ihr wuchs der Gedanke, mit einem umfassenden Support-Programm in Form eines Businessplanwettbewerbs Menschen mit tollen Ideen, die sich aber nicht an die Umsetzung wagen, zum Schritt in die Selbstständigkeit zu ermutigen. Denn letztendlich ist jede Forschung und jedes Wissen für eine nachhaltigere Zukunft nichts wert, wenn es nicht auch umgesetzt wird.

PlanB verstehen wir daher ganz klar als Instrument der Wirtschaftsförderung UND der Rohstoffwandelbeschleunigung.

 

Wer hat Sie dabei unterstützt?

PlanB findet 2016 zum zweiten Mal statt. Alle Partner und Unterstützer, sowohl finanziell als auch ideal und inhaltlich – also Sponsoren, Medienpartner, Juroren, Coaches – sind wieder mit an Bord. Darüber hinaus konnten noch viele weitere Unterstützer für PlanB gewonnen werden.

Auch in der Region selbst erfährt PlanB große Unterstützung von verschiedenen Einrichtungen, vor allem in Hinblick auf die Bewerbung des Wettbewerbs. Allen ist bewusst: Ohne grüne Gründer auch keine grüne Wende!

Besonders bemerkenswert: Ein Sponsor des ersten Durchlaufs von PlanB war so begeistert vom Format, dass er sich in Runde zwei nun noch mehr engagiert und einen eigenen Ideenwettbewerb zur innovativen Nutzung von zellulosischen Viskosefasern ausgelobt und an PlanB angekoppelt hat.

 

Welche Herausforderungen sehen Sie an Ihrem Beispiel für grünes Gründen in Deutschland?

Die Herausforderungen für grünes Gründen sind sicher nicht gravierend anders als fürs Gründen allgemein. Allerdings haben wir im Zusammenhang mit PlanB und auch schon davor gelernt: Wer im grünen Bereich arbeitet, der steht fast immer hohen Investitionskosten für Entwicklung/Forschung oder Produktion gegenüber. Das kann bei vielen anderen Gründern z.B. im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie weniger drastisch sein.

Außerdem bietet ein interessanter Arbeitsmarkt, gerade in den grünen Branchen, keine allzu großen Anreize, das Risiko einer eigenen Gründung einzugehen. Dauerhaft niedrige Weltmarktpreise für fossile Rohstoffe und daraus resultierende fehlende Konkurrenzfähigkeit vieler alternativer Produkt- und Serviceideen und häufig oberflächlich geführte Akzeptanzdebatten, gerade zum Thema nachwachsende Rohstoffe, tun ihr Übriges. Nicht jede grüne Geschäftsidee ist ja im Lifestyle-Bereich angesiedelt, wo man sich auf die Zielgruppe der „LoHaS“ verlassen kann – auch diese Gründer haben aber ihre Berechtigung und sind extrem wichtig. Hier will PlanB unterstützen.

 

Was leistet Ihr Projekt für den Klimaschutz? Wie trägt es zum Wandel in der Gesellschaft bei?

Mit PlanB suchen wir gezielt nach Geschäftsideen, die auf Alternativen zu klimaschädlichen fossilen Rohstoffen setzen und gleichzeitig auch Nachhaltigkeitsaspekte im Blick haben. Diese Ideen sollen im Rahmen von PlanB durch Experteninput weiterentwickelt und optimiert werden.

Ziel ist, dass die Gründer erfolgreich mit ihrem Unternehmen zum Rohstoffwandel und Klimaschutz beitragen können. Darüber hinaus belohnt PlanB Unternehmergeist und Mut zur Selbstständigkeit – Werte, die für eine zukunftsfähige Gesellschaft in unseren Augen extrem wichtig sind.

 

Was ist dabei Ihr Alleinstellungsmerkmal?

PlanB ist der einzige Businessplanwettbewerb Deutschlands, der sich auf das Thema Nachwachsende Rohstoffe konzentriert. Dadurch rückt auch der Bereich der Landwirtschaft in den Fokus.

 

Welchen Tipp haben Sie für Gründerinnen und Gründer in der Green Economy?

Auf eigene Ideen vertrauen, diese überlegt und mit den richtigen Hilfsmitteln, z.B. einem Businessplan, weiterentwickeln, die Nachhaltigkeit dabei nicht aus den Augen verlieren und ganz wichtig: den Rat anderer einholen und schätzen.

 

Warum wollen Sie den StartGreen Award 2016 gewinnen?

PlanB sollte den StartGreen Award in der Kategorie Gründungsunterstützung gewinnen, weil durch diesen Wettbewerb zwei für unsere Zukunft entscheidende Themen, nämlich Gründergeist und Rohstoffwandel, verbunden und gemeinsam gefördert werden.


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