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Bearprotein im Interview

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Bearprotein im Interview

 

Für alle Eiligen: Worum genau geht es in Ihrem Projekt?

Wir entwickeln einen biologischen Protein-Snack, in drei Geschmacksrichtungen, mit gemahlenen Insekten.

 

Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Vorhaben?

Am Anfang stand die Idee einer Farm für Insekten. Aufgrund rechtlicher Probleme und fehlender Akzeptanz für ganze Insekten haben wir beschlossen für Menschen den Konsum von Insekten so einfach wie möglich zu gestalten. Daraus entstand die Idee zur Entwicklung eines Snacks aus verarbeiteten Insekten. Durch die Verwendung von Insektenmehl in Verbindung mit einem guten Geschmack sinkt die Hemmschwelle deutlich. Dies haben wir bereits mit über 800 potentiellen Kunden testen können. Über 90 % der Tester greifen zu obwohl ihnen bewusst ist das wir Insekten verarbeitet haben. Und auch der Geschmack konnte bisher überzeugen.

 

Wer hat Sie dabei unterstützt?

Unsere ersten Unterstützer waren die Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde und der Businessplanwettbewerb in Berlin Brandenburg. Aktuell werden wir durch den Incubator der HWR mit einem Gründerstipendium unterstützt.

 

Welche Geldquellen haben Sie gesucht? Wie konnten Sie Investoren überzeugen?

Wir sind aktuell noch auf der Suche nach Investoren.

 

Welche Herausforderungen sehen Sie an Ihrem Beispiel für grünes Gründen in Deutschland?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen setzen stellenweise ein sehr enges Korsett. Gerade im Bereich neuartige und nachhaltige Lebensmittel müssen große Hürden zur Zulassung genommen werden. Das kostet Zeit, Geld und durch die Unsicherheit gestaltet sich die Investorensuche schwierig.

Die Fördermöglichkeiten sind in Deutschland zwar vielfältig, meist aber immer noch auf die Anschaffung von Maschinen ausgelegt. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

 

Was leistet Ihr Projekt für den Klimaschutz? Wie trägt es zum Wandel in der Gesellschaft bei?

Die Zucht von Insekten verbraucht deutlich weniger Wasser, Land, Futter und Energie als die Zucht anderer Tiere. Gleichzeitig wird nur ein Bruchteil des CO2 der konventionellen Tierzucht erzeugt. Dadurch, dass wir es dem Konsumenten einfach machen Insekten zu essen, werden Insekten zu einem normalen und akzeptierten Lebensmittel. In Zukunft können dann weitere tierische Lebensmittel durch Insekten ersetzt werden. Wir entsprechen damit den Empfehlungen der FAO von 2013.

 

Welches Geschäftsmodell steckt hinter Ihrem Vorhaben?

Aktuell konzentrieren wir uns auf Produktentwicklung und Vertrieb. Die Produktion übernimmt ein Partnerunternehmen. Der Verkauf soll hauptsächlich über  die Bioeinzelhändler und Bio-Ketten erfolgen.

 

Was ist dabei Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Als Alleinstellungsmerkmal sehen wir die ausschließliche Verwendung von biozertifizierten Zutaten. Gegenüber den meisten Mitbewerbern ist es auch die Verwendung von vermahlenen Insekten.

 

Welchen Tipp haben Sie für Gründerinnen und Gründer in der Green Economy? 

Gründet, wenn möglich nicht alleine, es geschieht zu schnell das sich ein Tunnelblick einstellt. Wenn möglich baut ein Team auf mit verschiedenen Hintergründen, sowohl fachlich als auch menschlich. Und schaut das ihr mit den anderen auch mal feiern könnt, das hilft.

Stellt regelmäßig eure eigenen Schlussfolgerungen in Frage. Behaltet bei euren Betrachtungen die gesamte Prozesskette im Blick.

 

Warum wollen Sie den StartGreen Award 2017 gewinnen?

Insekten als Lebensmittel sind ein richtiger Schritt aus dem Ressourcenproblem. Der Gewinn des StartGreen Awards 2017 bringt dieses Thema in die Öffentlichkeit.

 

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